„Stadt“ spielen für Barmbek

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Georg Pohl vom Netzwerk-Agens (2. von rechts) erklärt den Teilnehmern Till Schröder, Anette Quast und Elke Groenewold (von links) ein paar Spielregeln. Fotos: Lublow

Brettspieler entwickeln spielerisch Ideen zur Stadtplanung

Barmbek. Nach der Auftaktveranstaltung im Mai, startete das Projekt „Stadtspieler“ jetzt die zweite Runde. Acht Teilnehmer haben sich zusammengefunden, um sich als Multiplikatoren für dieses kreative Brettspiel ausbilden zu lassen. Georg Pohl vom Hamburger Verein Netzwerk-Agens leitete den vierstündigen Workshop im Gemeindesaal Tieloh 26.
Sonja Engler, Geschäftsführerin der Zinnschmelze, unterstützte ihn dabei. „Das Spiel ist ein tolles Instrument für die Planung und Entwicklung verschiedener Objekte im Stadtteil“, sagt Engler. Die Zinnschmelze habe sechs Stadtspiele angeschafft, die sich Institutionen ausleihen können. Auch Stadtentwicklerin Anette Quast von polis aktiv interessiert sich für das Spiel und nahm an der Moderatoren-Ausbildung teil: „Ich wollte wissen, wie das Spiel funktioniert. Ich finde, dass man es wunderbar zu Beginn einer Projektentwicklung einsetzen kann.“
Zuerst spielten die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt eine schnelle Runde gemeinsam. Die meisten von ihnen hatten schon erste Erfahrungen während der Auftaktveranstaltung sammeln können. Das Spielbrett ist in vier Stadtteile aufgeteilt: Altstadt, Neustadt, Gewerbegebiet und Gartenstadt. Ziel ist es, eine lebenswerte Stadt zu bauen – und zwar aus Knete. Aktionskarten geben unterschiedliche Themen vor. Die Spieler dürfen nicht nur bauen, sie müssen ihre Objekte auch erklären und für sie werben. Denn wer am meisten Besucher hat, wird am Ende der Meisterspieler und hat gewonnen. Ob Springbrunnen, ein Kiosk-Muschel oder ein Kunstobjekt mit dem Namen „Seelenkäfig“ - die Teilnehmer des Workshops ließen ihrer Kreativität freien lauf und hatten Spaß am Spiel. Georg Pohl beantwortete Fragen und half, wo es nötig war.
Pohl spielt „Stadtspieler“ schon seit zwölf Jahren. „Jeder kann daraus machen, was er will.“ Vor allem für Schüler sei das Brettspiel eine nützliche Aktivität, aber auch in Firmen werde es gerne gespielt. „Der einzelne Spieler drückt seine Haltung zur Stadt aus. Er kann Stadt erfinden, Stadt bauen und Stadt leben“, so Pohl. Das Spiel sei auch ein Hausmittel zur besseren Verständigung innerhalb einer Gruppe. „Es wäre doch toll, wenn das Spiel bei den Überlegungen bezüglich des Hertie-Kaufhaus eingesetzt würde“, schlägt Pohl vor. Die Teilnehmer, Vertreter von Kirche, Bürgerhaus, Zinnschmelze und Museum für Arbeit, wollen ihr Wissen um das „Stadtspiel“ weiter geben und es bei passenden Projekten einsetzen. „Wir haben im November eine Ausstellung zum genossenschaftlichen Wohnen. Da möchte ich dieses Spiel mit Jugendlichen spielen“, sagt Till Schröder vom Museum für Arbeit. (sl)
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