Tischlern statt Pauken

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In der Produktionsschule Barmbek lernen Schüler Tischlern Foto: Produktionsschule Barmbek

Produktionsschule gibt „Schulversagern“ eine Chance. Holzspender gesucht

Hamburg Die Produktionsschule Barmbek am Wiesendamm 22d gibt jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft. Und: Hier werden einzigartige Produkte aus Holz von Schülern hergestellt. Ein weiterer Aspekt: Jugendliche, die in der „normalen Schule“ Schwierigkeiten hatten, werden insbesondere durch die praktischen Arbeitsangebote auf eine Ausbildung oder die Arbeitswelt vorbereitet. Laut der jüngsten Studie der Caritas verlassen in Hamburg 4,4 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne einen Hauptschulabschluss. Selbst mit einem Abschluss haben viele junge Leute das Problem, dass sie keine berufliche Anschlussperspektive haben oder sich nicht für einen Beruf entscheiden können. In Hamburg gibt es insgesamt acht Produktionsschulen, die Jugendlichen den Übergang zwischen Schule und Beruf erleichtern. Zwei Produktionsschulen sind in Trägerschaft der Stiftung Berufliche Bildung – eine davon ist die Produktionsschule Barmbek. „Unsere Produktionsschulen bieten Jugendlichen ohne Zukunftsperspektive die Möglichkeit, sich sowohl beruflich auszuprobieren als auch eigene Fähigkeiten und Grenzen kennenzulernen“, erklärt Betriebsleiter Alfred Fröhlich. „Die Jugendlichen erhalten nicht nur einen Einblick in den handwerklichen Bereich, sondern erlernen auch kaufmännische Fähigkeiten. Somit bereiten wir sie bestens vor, um nach der Zeit in den Produktionsschulen eine berufliche Ausbildung zu beginnen oder in die Arbeitswelt einzusteigen. Daher lautet unser Credo auch ‚Chancen erkennen, Potentiale fördern‘.“ In der Produktionsschule Barmbek werden Freizeitsportgeräte wie Stand Up Paddles, Longboards und Balance Boards produziert. „Jedes unserer Produkte ist einzigartig“, sagt Peter Lokatis, Projektleiter der Produktionsschule stolz. „Die Oberfläche unserer Longboards wird zum Beispiel individuell gestaltet. Außerdem können wir ein Wunschlogo mit einbauen. Eines unserer Boards ist unten mit einer Postkarte von Hamburg bedruckt.“ Die Produkte der Schulen können von allen interessierten Hamburgerinnen und Hamburgern erworben werden. Mit dem Verkaufserlös decken die Produktionsschulen einen Teil ihrer Betriebskosten. Somit geben die Käufer durch einen Kauf der Produkte Jugendlichen die Chance, einen Abschluss zu erlangen und auf eine Ausbildung sowie den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden. (wb)

Info:
Die Produktionsschule ist immer auf der Suche nach kostenlosem Material, mit
dem die Teilnehmer den Umgang mit Holz lernen können. Es werden daraus auch
Kleinmöbel getischlert. Kontakt: Peter Lokatis, Telefon 29 80 16 – 182
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