Tschüss „Abraham“: Ehepaar Bachmann hört auf

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Das Ehepaar Bachmann geht jetzt in den Ruhestand. Der Laden ist über die Jahre für viele Kunden im Viertel zu einem beliebten Treffpunkt geworden Foto: Grell
Hamburg: Hellbrookstraße 63 |

Anwohner einig: „So einen Laden wird es hier nie wieder geben“

Barmbek Die Nachricht über die Geschäftsaufgabe des beliebten Ladens „Abraham“ an der Hellbrookstraße hat Barmbeker und Winterhuder Anwohner völlig aus der Fassung gebracht. Gunda und Peter Bachmann gehen nach über vierzig Jahren gemeinsamer Arbeit in ihrem eigenen Geschäft in Rente (das Wochenblatt berichtete). „Das könnt ihr uns doch nicht antun“, bedauern die meisten, die „gar nicht wussten, dass wir schon über siebzig Jahre alt sind“, sagt Gunda und lacht.

Ansturm auf das Geschäft

Vor der Schließung gab es noch einen Ansturm auf das Geschäft, viele Stammkunden haben sich verabschiedet. Was das Besondere an diesem Laden war, von dem alle sagen, er verkaufe all das, was niemand wirklich brauche, können die Kunden schnell beantworten: „Hier gab es Deko und Kitsch vom Feinsten“, meinen Anne Creuzer und Ilse Ernst, die immer, wenn sie im Laden waren, auch irgendetwas mitgenommen haben. „Einfach, weil die beiden einen so exzellenten Geschmack haben und man sich dann gern mal mit etwas Schönem belohnt.“ Viel mehr noch sei es aber diese offene Herzlichkeit der Bachmanns gewesen, die Menschen zu jeder Tageszeit in den Laden gezogen hätten. „Für die älteren Anwohner war es eine Anlaufstelle zum Klönen, für die jüngeren wie ein Nachbarschaftstreff, wo man sich zum Kaffee trifft.“

Treffpunkt für Nachbarn

Auch Uschi Borggräfe wird diesen Laden „unendlich vermissen“ und bedauert, dass gerade die kleinen Geschäfte, die noch eine Seele haben, schließen. Eine ältere Dame, die täglich vorbeikam, weiß noch nicht, wo sie in Zukunft die Schokolade kaufen wird, die sie immer in der Nachbarschaft verschenkt, und mit wem sie dann klönen soll. Alle Kunden sind sich sicher: „So einen Laden mit dieser herzlichen Persönlichkeit wird es hier leider nie wieder geben.“ Viele Besucher kamen an den letzten Öffnungstagen und schlugen noch einmal ordentlich zu. So viel Zuspruch ist ein schönes Dankeschön für die beiden Neu-Rentner, die sich jetzt auf ihren Ruhestand freuen. (kg)

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