Unkonventionell und vielfältig

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Für Thorsten Grübling ist die Zinnschmelz ein Ort zum Wohlfühlen. Der Barmbeker freut sich auf den Startschuss für den Anbau, in dem ein großer Theatersaal geplant ist. Foto: Lublow

Barmbeker Ex-Börsianer engagiert sich im Vorstand der Zinnschmelze

Barmbek. Biologie, Börse und Barmbeker Kulturzentrum – so lässt sich Thorsten Grüblings beruflicher Weg kurz zusammenfassen. Passt irgendwie nicht zusammen? Stimmt. Aber der 47-jährige Barmbeker mag es unkonventionell – und so lebt er auch.
Nach seinem Biologiestudium in Kiel verschlug es Grübling 1999 nach Hamburg, wo er an einem Management-Training teilnahm. „Es gab damals kaum Jobs für Diplombiologen. Deshalb musste ich mich umorientieren.“ Also ging er an die Börse in Hamburg und arbeitete dort erfolgreich als Analyst. „Gummistiefel aus, Schlips an“, so beschreibt Grübling scherzhaft seinen beruflichen Wechsel von der „moralischen in die unmoralische Welt“. Die Zeit an der Börse sei lehrreich, aber bitter gewesen. Sechs Jahre lang hielt er es dort aus, wurde 2005 von einer kleinen Firma als Analyst angeworben und hing vier Jahre später seinen Schlips endgültig an den Nagel – nicht ohne zuvor noch schnell einen Analysten-Preis in Frankfurt mitzunehmen. Es war nicht seine Welt und trotzdem war Grübling erfolgreich, in dem, was er tat. „Ich bin immer ehrlich geblieben und habe zum Verkauf geraten, wenn es danach aussah.“
Einen Hauptberuf hat Thorsten Grübling seitdem nicht mehr. Er kann von seinem Ersparten leben und engagiert sich ehrenamtlich für den Verein für Kultur und Arbeit Barmbek mit Sitz in der Zinnschmelze. Dort ist Grübling seit 2009 Mitglied im dreiköpfigen Vorstand, zusammen mit Tim Niebuhr und Ulrich Gumz. Auch der Weg dorthin war von Zufällen geprägt: „Ich sah irgendwann am U-Bahnhof ein Plakat mit Werbung für Erwachsenen-Theaterkurse in der Zinnschmelze und entschied, es auszuprobieren.“ Das war 2005. Schauspielern ist seitdem Grüblings große Leidenschaft. Und Talent hat er dafür auch. Bis heute ist er Teil des Erwachsenen-Ensembles der Zinnschmelze. „Ich kam in einen kleine Welt, in der ich mich sehr wohl fühle.“ Er trat dem Verein bei – sein Engagement für Stadtteilkultur begann. Vor drei Jahren wurde der Barmbeker gefragt, ob er in den Vorstand einsteigen wolle. Er wollte. „Stadtteilkultur ist wichtig und leider oft unverstanden“, sagt der 47-Jährige, dessen anderes Hobby neben Schauspielerei Golf ist. Doch auch hier hält sich Grübling nicht an Konventionen: Mit zwei an der Fahrradstange befestigten Golfschlägern fährt der Auto-lose etliche Kilometer zum Golfplatz, wo er am liebsten auf der Driving Range Abschläge trainiert.
Zusammen mit seinen Vorstandskollegen und den beiden Geschäftsführerinnen Dorothée Puschmann und Sonja Engler setzte sich Grübling für den Anbau der Zinnschmelze ein. Ein Theatersaal mit circa 300 Plätzen ist geplant. Fördergelder sind beantragt. „Wir warten nur noch auf grünes Licht, dann geht es los“, sagt er.
Weiterhin achtet der Vorstand darauf, dass die Zinnschmelze ihren Auftrag als Stadtteilkulturzentrum erfüllt, indem es Platz für Nischen schafft und ein vielfältiges Programm anbietet. „Die Konkurrenz ist groß und es kommen immer wieder neue Aufgaben auf uns zu.“ (sl)
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