„Uwe“ hilft bei Wohnungssuche

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Geschäftsführer der Jugendbildung Hamburg, Dr. Frank Elster, in der Großküche am Wiesendamm. Hier lernen die Teilnehmer auch, wie sie alleine einen Haushalt führen können.Foto: Lublow

Jugendbildung Hamburg bietet Miet- und Wohntraining für Jugendliche

Barmbek. Seit vielen Jahren kümmert sich die Jugendbildung Hamburg, mit Sitz in Barmbek, um junge Menschen, deren Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gering sind. Jugendliche und junge Erwachsene erhalten Unterstützung bei der Berufsorientierung, Ausbildung und Planung. Jetzt hat die Jugendbildung ein weiteres Problem in die Hand genommen: Junge Menschen, die keine Wohnung haben, erhalten im Programm „Uwe“ (Unterstützung für wohnungslose junge Menschen) ein Miet- und Wohntraining. Das Projekt läuft seit September 2012 und ist vorerst für die Dauer von zwei Jahren bewilligt worden. Damit ist „Uwe“ das einzige Aktivierungs-Center dieser Art für Jugendliche in Hamburg.
Bereits vor anderthalb Jahren hat die Jugendbildung eine Erhebung über obdachlose Jugendliche unternommen. „Das Ergebnis zeigt deutlich, dass an dieser Stelle der Handlungsbedarf groß ist“, sagt Dr. Frank Elster, Geschäftsführer der Jugendbildung Hamburg. Zehn Prozent der Teilnehmer seien betroffen. „Das ist viel“, sagt Dr. Elster. Keine Wohnung zu haben, verschlechtere auch die Chance, eine Ausbildung erfolgreich zu beenden – oder gar eine zu beginnen. „Nicht alle von ihnen leben auf der Straße. Die meisten sind sogenannte Couch-Hopper und übernachten dort, wo es sich gerade anbietet“, erklärt Frank Elster.
Sonya Labidi, die dieses Projekt leitet, nennt die Gründe für die Wohnungslosigkeit: „In Hamburg gibt es nicht ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Zu wenig Sozialwohnungen und zu viel Bedarf.“ Deshalb wolle sie mit dem Projekt auch an alle Wohngesellschaften appellieren, Angebote für junge Menschen zu schaffen. „Wir würden uns freuen, wenn Vermieter mit uns kooperieren wollen. Die Hilfe ist dringend nötig“, sagt Labidi.Derzeit nehmen 13 Jugendliche aus ganz Hamburg an dem Projekt teil. Die sozialpädagogische Betreuung ist auf sechs Monate begrenzt. Eine Verlängerung um weitere sechs Monate ist möglich. „Wir gestalten die Hilfe sehr individuell und schauen erst mal, auf welchem Wissensstand sich die Teilnehmer befinden“, sagt Labidi. Das beginne teilweise bei der Stichwortsuche im Internet,
bei der Wohnungsbesichtigung und geht weiter bis zur Einrichtung der ersten Wohnung. „Wir erklären zum Beispiel, was
eine Courtage ist, wie teuer die Miete sein darf oder was in einem Haushalt benötigt wird.“ Auch die Behördengänge werden
begleitet. Während dieser Zeit arbeiten die Jugendlichen auch in den Werkstätten oder in der Küche der Jugendbildung. Einen Erfolg kann „Uwe“ schon verbuchen. Ein Teilnehmer hat bereits eine Wohnung bezogen. (sl)

Infos gibt es unter Jungendbildung Hamburg oder unter Tel.: 040/ 21112407.
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