Verkehrschaos in Winterhude dank Elterntaxi

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Kein vor und kein zurück am Imstedt: Eine alltägliche Situation Foto: Kuchenbecker
 
Stadtteilpolizist und Cop4you Axel Meyer Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Imstedt 18-2 |

Jeden Morgen eine Blechlawine vor der Goldbek-Schule. Polizei muss Autoschlange regeln

Winterhude Elternfahrdienst zur Goldbek-Schule, ein täglicher Wahnsinn: Montags bis freitags geht zwischen 7.45 und 7.58 Uhr im Imstedt verkehrstechnisch gar nichts mehr. Besonders im Teilstück zwischen Heitmannstraße und Flotowstraße. Die Situation wiederholt sich täglich: Kinder, die von ihren Eltern vor dem Zebrastreifen aus dem Auto gelassen werden, Kinder die aus dem Auto auf die Straße hüpfen, während Mama oder Papa mal eben kurz quer im Einmündungsbereich der Döscherstraße, gleich gegenüber der Schule, parken.

Unfälle sind vorprogrammiert


Beliebt bei den Eltern ist auch das Halten und manchmal sogar das Parken direkt in der Feuerwehreinfahrt der Schule, weiß Stadtteilpolizist Axel Meyer vom Polizeikommissariat 31. Doch genau durch dieses Tor strömen die Schülerscharen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Gefährliche Situationen und Beinahe-Unfälle sind vorprogrammiert. Wenn innerhalb einer knappen Viertelstunde rund 30 Autos in die kleine Straße zur Schule einbiegen, ist ein Verkehrschaos unausweichlich. Die Autos können nur schlecht abfahren, es stockt. Wenn dann noch die Müllabfuhr in die engen, zugeparkten Straßen fährt, ist kein Durchkommen mehr möglich. Ein Rangieren auch nicht. Disziplinierter geht es zu, wenn Stadtteilpolizist Axel Meyer vor der Schule „wacht“ und die Autofahrer ermahnt. Dann wird das Parken in der Einmündung der gegenüberliegenden Straße schon mal ausgespart. „Heute morgen hatte ich erst einen, der sein Kind direkt auf dem Zebrastreifen rausgelassen hat“, zieht Meyers Kollege Sorge Bilanz. Es ist ein guter Tag. Denn auch abschleppen lassen musste Meyer heute niemanden. Die Bushaltestelle war an diesem Tag nicht zugeparkt.

Schulleiter appelliert an Eltern


„Wir freuen uns über jedes Kind, das nicht direkt mit dem Auto vor der Schule abgesetzt wird“, sagt Schulleiter Martin Meisenburg. Mit einem Brief wandte sich Meisenburg bereits an die Eltern; machte darin auf die angespannte Situation vor Schulbeginn deutlich. Dafür, dass Kinder die letzten 200 Meter zur Schule zu Fuß gehen können, macht sich auch Kerstin Schürmann, Vorstand des Elternrates der Goldbek-Schule, stark. Auf der kommenden Sitzung des Elternrates am
6. Dezember soll das Thema noch einmal auf den Tisch kommen. Eine Mutter hatte bereits angeregt, einen „Walking-Bus“ einzurichten. Darunter versteht man Sammelpunkte in Schulnähe, an denen man sich mit anderen Schülern trifft und gemeinsam zur Schule geht.

Belohnungsprinzip mit Erbsen


Aber auch andere Möglichkeiten prüft Meisenburg zur Zeit: „Wir könnten uns auch ein Belohnungsprinzip mit Erbsen vorstellen.“ Jedes Kind, das rund 150 bis 200 Meter vor der Schule an einem festen Punkt abgesetzt wird und allein zum Schulgelände kommt, wird mit einer Erbse bedacht. Wer dann genug gesammelt hat, bekommt eine kleine Belohnung. „Wenn wir nur sieben Autos weniger hätten, die vor der Schule in der Stoßzeit halten, wäre uns schon sehr geholfen“, sagt der Schulleiter weiter. (nik)

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