Villa Hufnerstraße: Bezirk handelt

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Das kleine grüne Haus an der Hufnerstraße 122 ist ein Haus mit vielen Erinnerungen. Foto: Kuchenbecker

Anhörung wegen Wohnungsleerstandes vorgenommen

Barmbek. Es war die ganz große Liebe zwischen Karla Schmidt und ihrem Mann Adolf. Glücklich lebten sie in ihrem grünen Haus an der Hufnerstraße 122. Ihr Name steht noch am Klingelschild, doch anzutreffen ist dort niemand mehr. Was passiert nun mit diesem Kleinod, dem Haus, dass das Letzte seiner Art in Barmbek ist? Entsteht hier demnächst eine viergeschossige Wohnanlage? Karla und Adolf Schmidt waren hier mindestens 55 Jahre glücklich. Es war ein Haus voll mit Erinnerungen. Denn das zweigeschossige Einfamilienhaus war schon mehr als 70 Jahre in Familienbesitz. 2004 gab das Ehepaar Schmidt einer Kollegin vom Hamburger Abendblatt ein Interview. Während des Interviews erzählten sie, wie sie sich kennen und lieben gelernt haben. Sie erzählten die Geschichte des Hauses. Karlas Vater gehörte die Schlosserei, die hinten in die alte Druckerei einzog. Adolf begann dort seine Lehre. Warum das Haus nicht genutzt wird, wollte auch Claus-Joachim Dickow der FDP-Fraktion im Bezirk wissen und fragte mit einer „Kleinen Anfrage“ beim Bezirksamt an. Er wollte von Bezirksamtsleiter Harald Rösler wissen, warum das Haus nicht bewohnt sei und wie das Grundstück baurechtlich ausgewiesen sei. Wichtig in dem Zusammenhang ist auch die Einschätzung, ob das Haus unter Denkmalschutz gestellt werden kann. In der ehemaligen Druckerei auf dem Hof war einst ein Verlag beheimatet, der sich als erster ausschließlich mit Drucken von Werken in Blindenschrift beschäftigte. Die Antwort aus dem Bezirksamt kam prompt. Auch hier schien man überrascht von dem Leerstand des Hauses zu sein. Das Bezirksamt ist nach eigenen Angaben dem Wohnraumschutzgesetz nach tätig geworden und hat in einem ersten Schritt eine Anhörung des Grundstückeigentümers bezüglich des Leerstandes durchgeführt. Da das Gebäude im Sanierungsgebiet Barmbek-Süd S1 liegt, sieht hier das Erneuerungskonzept eine viergeschossige Wohnbebauung als Blockrandschließung vor.
Das Bezirksamt ging leider nicht auf die Frage des FDP-Bezirksabgeordneten ein, ob das Haus eine besondere Bedeutung für die Geschichte des Stadtteils besitze. Dickow bekam lediglich zur Antwort, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stünde.
Eine Gruppe von fünf Barmbekern hat bereits einen Antrag auf Denkmalschutz für das grüne Haus an der Hufnerstraße 122 gestellt (wir berichteten). (nk)
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1 Kommentar
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Johanna Jansen aus Barmbek | 28.06.2012 | 18:54  
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