Von flüchtenden Molchen und Mumien im Garten

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Sein originelles Naturtagebuch beeindruckte die BUND-Jury von allen 47 Einsendungen am meisten: Tim Lachmann belegte den 1. Platz Foto: Busse

Tim Lachmann aus Ohlsdorf beobachtete Tiere am Alsterlauf. Für sein Naturtagebuch erhielt er vom BUND den 1. Preis

Hamburg/Ohlsdorf. Der zehnjährige Ohlsdorfer Tim Lachmann ist fast täglich am Alsterlauf unterwegs, wo er Fische, Flusskrebse, Libellen und Molche erforscht. Einige Tiere hat er über mehrere Tage in Aquarien beobachtet, bevor er sie wieder in der Natur ausgesetzt hat. „Aber ein Molch ist im Keller abgehauen, der überwintert da jetzt“, berichtete Tim, der als ersten Preis ein Insektenhotel mit nach Hause nehmen durfte – vielleicht ein Anreiz für weitere Naturbeobachtungen. Der Naturschutzverein BUND fand seine Aufzeichnungen so interessant, dass er den Ohlsdorfer Schüler für dessen Projekt Naturtagebuch mit dem ersten Preis auszeichnete.
Den zweiten Platz belegte Florian Lüdemann: Ob seine Schützlinge zu Marmelade oder zu Mumien wurden, das lag im vergangenen Sommer ganz allein in seiner Hand. Der zwölfjährige Langenhorner ist ein leidenschaftlicher Fan von Himbeeren, deshalb stand für ihn schnell fest, dass die prallen, roten Früchte die Hauptrolle in seinem Naturtagebuch spielen sollten. Mehrere Monate lang hat er die Pflanzen im Schrebergarten seiner Eltern intensiv beobachtet, vom ersten Austrieb der Sträucher über die Blüte bis zur Frucht. Einige hat er am Strauch trocknen lassen, sie wurden zu so genannten Mumien. Florian hat alles fotografiert, beschrieben, über Krankheiten und Schädlinge recherchiert und sogar einen Comic gezeichnet.
„Es freut mich, dass es Kinder gibt, die sich für die Natur begeistern“, betonte Harald Köpke, aktiver Umweltschützer und ehemaliger BUND-Vorsitzender, bei der feierlichen Preisverleihung in der BUND-Geschäftsstelle in der Langen Reihe in St. Georg. „Tiere und Pflanzen brauchen eure Hilfe“, appellierte er an die Kinder, „und in vielen kleinen Schritten tut sich etwas.“ 99 Kinder hatten sich am Landeswettbewerb „Naturtagebuch“ beteiligt und in Gruppen oder einzeln insgesamt 47 Mappen eingereicht.
Neuer Wettbewerb beginnt
„Wenn im Oktober die Naturtagebücher kommen, ist das für uns wie eine Art Erntedankfest“, erzählt Projektleiterin Katrin Mehrer. „Sie sind so kreativ und voller Ideen, dass der Funke der Begeisterung beim Ansehen direkt überspringt.“ Die Preisverleihung war gleichzeitig der Startschuss für den Wettbewerb Naturtagebuch 2014. Teilnehmen können alle Hamburger Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, die Lust haben, sich alleine oder gemeinsam mit anderen in ihrer Freizeit, im Rahmen der Schule oder direkt in der Natur auf die Spur zu begeben. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2014. (cb)

Weitere Informationen gibt es unter: naturtagebuch.de
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