Wie geht eigentlich Disc-Golfen?

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Rüdiger Schultes aus Alsterdorf gemeinsam mit Tochter Anna und Sohn Max beim Putten, dem „Einlochen“, der Frisbee-Scheibe in den KorbFoto: Hollmann

„Disc-Catcher“-Körbe für den Trendsport wurden in der City Nord aufgestellt

City Nord. Weltweit spielen bereits mehr als eine halbe Million Menschen Disc-Golf, offizielle Weltmeisterschaften werden in den USA schon seit 1982 jedes Jahr ausgefochten. Nun kann man die in Deutschland noch junge Sportart auch in der City Nord spielen. Fünf brusthohe Stahlkörbe stehen dafür in der City Nord auf der Rasenfläche zwischen Überseering, Halifaxweg und der U-Bahnstation Sengelmannstraße.

Frisbee muss in den Korb

Beim Disc-Golfen muss man Frisbees von einem festen Abfuhrpunkt, dem so genannten Tee, mit möglichst wenig Würfen in den Korb bringen. Am Korb sind Ketten befestigt, die den Frisbee bremsen, so dass er leichter in den Korb fällt. Insgesamt neun verschiedene Bahnen können auf die fünf Körbe in der City Nord gespielt werden. Es sind „Par 3“-Bahnen. Wie beim richtigen Golf zeigt das die Anzahl der Würfe an, nach denen der Frisbee spätestens im Korb liegen sollte.
„Wir erarbeiten derzeit auch ein Handicap fürs Disc-Golfen“, sagt John Wedemeyer vom Disc Golf Club Hamburg.
Der 49-Jährige Jurist aus
Hamburg „disc-golft“ bereits seit Anfang der 1990er-Jahre. „Daher finden wir das Wort Trendsport auch etwas fehl am Platze“,
konstatiert er. Bis vergangenen Herbst spielten
er und die anderen rund 20 Hamburger Vereinsmitglieder noch auf mobile Körbe, die sie vor
jedem Spiel aufbauen mussten. Seit November stehen nun die festen Körbe im Rasen eingelassen – mit Genehmigung des Bezirksamtes. „Neun weitere Körbe sind noch geplant, die wir im südlichen Teil der City Nord im Grünstreifen aufstellen wollen. Wir planen den Parcours, den jeder nutzen darf, auf zwölf bis 14 Bahnen zu erweitern“, sagt John Wedemeyer.

„Es ist recht leicht
zu lernen und die
Grundausrüstung
kostet nur rund 20 Euro.“
Rüdiger Schultes

Daniel (25) und Matthias (32) aus Harburg-Neugraben spielen Disc Golf bereits seit eineinhalb Jahren, bisher aber immer mit einem eigenen, mobilen Korb, der rund 120 Euro kostet, in Parks südlich der Elbe. „Wir haben über Facebook von der Anlage hier erfahren und spielen heute das erste Mal in der City Nord“, sagen beide. Kennengelernt haben sie Disc Golf durch ein Spiel auf ihrer Playstation. Dann wollten sie es auch in der Realität ausprobieren. Ein bisschen nutzen sie aber auch heute noch das Internet beim Spielen: Eine App auf ihren Smartphones zeigt ihnen vor jedem Wurf, wie die Bahnen in der City Nord zu spielen sind. „Und die Anzahl unserer Würfe können wir auch gleich über die App eingeben“, sagen sie. Den Spielplan mit den Bahnen zum Ausdrucken, den es beim Disc Golf Club Hamburg kostenlos auf der Website gibt (www.discgolf-hh.de), benötigen sie gar nicht.

Driven und Putten

Das Disc-Golfen sieht schwerer aus, als es ist: „Wir spielen erst seit drei Wochen, aber schaffen einen Korb bereits mit vier Würfen“, sagt Rüdiger Schultes aus Alsterdorf. Gemeinsam mit Tochter Anna und Sohn Max spielt er am Wochenende auf dem Parcours neben dem Vattenfall-Gebäude. „Es ist recht leicht zu lernen und die Grundausrüstung kostet nur rund 20 Euro“, so Schultes.
Theoretisch könnte man
Disc-Golf auch mit herkömmlichen Frisbees spielen, doch spezielle Disc-Golf-Scheiben führen zu deutlich besseren Ergebnissen. So sind die rund 150 bis 200 Gramm schweren, rund 20 Zentimeter großen Hartkunststoffscheiben in „Driver“ für lange Würfe, „Midrange“-Frisbees für Annäherungswürfe sowie „Putter“ für das Einlochen in Korbnähe unterteilt – ähnlich wie beim Golfen. Die weltweit besten Spieler werfen einen „Driver“ über 250 Meter weit. Das ist in der City Nord aber gar nicht nötig: Die längste Bahn ist hier 99 Meter lang. (ho)
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