Wie sicher sind Hamburgs Hochhäuser?

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Zwei von insgesamt 611 Hochhäusern in Hamburg Foto: Timm

Senat lässt Fassaden aller 611 Hamburger Hochhäuser auf Brennbarkeit prüfen

Von Frank Berno Timm
Hamburg
In zwei Hamburger Hochhäusern hat es in den letzten Wochen gebrannt. Dass es nicht zur einer Katastrophe wie in London kam, bei der viele Menschen starben, ist auch den deutschen Sicherheitvorschriften zu verdanken. Hamburg lässt aktuell alle Hochhäuser überprüfen. Die meisten der 611 Hochhäuser in Hamburg gehören der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Saga. Deren Sprecher Gunnar Gläser versichert, die Häuser des Unternehmens entsprächen den gesetzlichen Bestimmungen und würden „fortlaufend in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden durch externe Sachverständige“ überprüft. Hauswarte seien zum Brandschutz geschult und „führen regelmäßige Kontrollen der Treppenhäuser, Kellerräume und anderer Gebäudeteile“ durch. So werde dafür gesorgt, dass Fluchtwege nicht blockiert seien. Aufgrund des Hochhausbrandes in London haben die Feuerwehr Hamburg und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen vereinbart, die Fassadendämmung aller Hochhäuser in Hamburg zusätzlich zu den normalen „Brandsicherheitsschauen“ zu überprüfen. Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt will sicher sein: „Für Hochhäuser gilt, dass Fassaden und Fassadendämmungen nicht brennbar sein dürfen.“

Hochhaus ab 22 Meter

In den kommenden Tagen wird das Amt für Bauordnung und Hochbau daher alle Eigentümer von Hochhäusern anschreiben und bitten, die am Gebäude verbaute Fassadendämmung im Hinblick auf die Nichtbrennbarkeit zu überprüfen und innerhalb von vier Wochen eine Rückmeldung zu geben. In Deutschland müssen hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden. Alle Häuser von mehr als 22 Meter vom Fußboden bis zum obersten Geschoss gelten als Hochhäuser. Beim Bau von Hochhäusern dürfen nur schwer entflammbare Materialien verbaut werden. Feuerwehrsprecher Jan-Ole Unger erklärt: „In jeden zweiten Stock muss eine sogenannte Brandsperre eingebaut werden, damit der Brand nicht von Stock zu Stock springen kann“.Hochhäuser werden turnusmäßig in Brandsicherheitsschauen untersucht. Mängel sind von den Gebäudeeigentümern zu beseitigen. Alle fünf Jahre werden Hochäuser kontrolliert, die technischen Anlagen für die Löscharbeiten sogar alle drei Jahre.

Zwei Rettungswege

Die Hamburger Bauordnung schreibt für Hochhäuser zwei unabhängige Rettungswege vor. Bei mehrstöckigen Häusern, muss der erste Rettungsweg über eine Treppe führen. Der zweite Rettungsweg kann für Wohngebäude bis zu 22 Metern Höhe durch Rettungsgeräte der Feuerwehr geschaffen werden, „wenn Feuerwehraufstellflächen“ vorhanden sind. Gibt es diese nicht, müssen zwei unabhängige Treppen oder ein Treppenraum existieren, in den kein Feuer eindringen kann. Eine Drehleiter reicht allerdings nur maximal 20 Meter hoch (ca. 8. Stock). Druckbelüftungs- und Sprinkleranlagen sind in modernen Hochhäusern Standard. Hochhäuser bis 60 Meter Höhe müssen zwei Treppenräume oder einen Sicherheitstreppenraum haben – über 60 Meter müssen alle Sicherheitstreppenräume haben. Neben den Rauchmeldern müssen auch Wandhydranten existieren. Bei Neubauten muss ein Feuerwehraufzug installiert werden.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 24.08.2017 | 13:09  
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