Wo es summt und brummt

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Seit über 30 Jahren widmen Hannelore und Christian Bölke ihre Freizeit dem summenden Insektenvolk. Ihre Erfahrung geben sie in Seminaren im „Imkerhuus“ auf Gut Karlshöhe weiter Fotos: Busse

25 Jahre Gut Karlshöhe: Das „Imkerhuus“ zeigt, warum Bienen lebenswichtig sind

Von Christina Busse
Hamburg. Sie haben jede Menge Geschichten auf Lager: über Prinzessinnen, über Männer in der Warteschleife und über demokratische Völker. Mit großer Begeisterung erzählen Hannelore (71) und Christian(70) Bölke von ihrer Leidenschaft – den Bienen. 1983 hat das Ehepaar die Hobbyimkerei gestartet, ein „sehr zeitintensives Hobby“, wie die beiden pensionierten Postbeamten wissen. „Erst war ich nicht überzeugt, als mein Mann mit der Idee kam. Aber dann habe ich die Bienen in ihren Pollenhöschen gesehen und war dabei“, erinnert sich Hannelore Bölke an den Beginn einer großen Liebe. 15 eigene Völker mit jeweils bis zu 70.000 Bienen haben sie heute – teilweise im Hausgarten am Bramfelder See, teilweise im Rapsfeld in der Nähe von Bargteheide.

Winterquartier auf Friedhof

Von dort aus geht es anschließend zu den blühenden Linden auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wo Bölkes Bienen auch ihr Winterquartier beziehen. Doch nicht allein um die süße Ausbeute geht es den Naturfreunden, die sie natürlich mit ganz anderen Augen sehen als jemand, der das Glas Honig im Supermarkt kauft. „In jedem Tropfen steckt eine enorme Bestäubungsleistung“, betont Christian Bölke. Ihnen ist es genauso wichtig, die Bedeutung der emsigen Tiere weiterzuvermitteln.

Imker werden immer jünger

„Die Biene ist ein Indikator für den Zustand unserer Umwelt. Wenn sie verschwindet, dauert es nicht mehr lange, bis wir weg sind“, erklären Bölkes. Als Mitglieder im Bramfelder Imkerverein (www.imkerverein-bramfeld.de), der 1994 das idyllische Fachwerkhäuschen „Imkerhuus“ auf Gut Karlshöhe gegründet hat, geben sie ihre Erfahrungen an Interessierte weiter. Die Lehrgänge werden gut besucht – rund 40 Imker werden dieses Jahr ausgebildet. „Die Teilnehmer werden immer jünger“, freut sich Hannelore Bölke, „das Imkern ist kein Altmännerhobby mehr“. Darüber hinaus kann jeder Besucher auf dem Gut Erstaunliches über die Welt der Bienen erfahren. Da gibt es Waben mit Einblick in das fleißige Treiben im Stock, traditionelle Bienenkörbe, Waldhonigbienen im hohlen Baumstamm, Schautafeln und einen Garten, der den Insekten einen reich gedeckten Tisch bietet: Borretsch, Himbeeren, Wasserdost, Stachelbeeren, Apfelbäume, Vergissmeinnicht, Nessel und vieles mehr stecken voller Nektar und Pollen als Leckerbissen für die summenden Honigproduzenten. Für Kitagruppen und Schulklassen gibt es eine zweistündige Führung – natürlich inklusive leckerem Honigbrot. Hannelore und Christian Bölke freuen sich über jeden, der sich für die Bienen interessiert. Ihr Erfahrungsschatz scheint schier unerschöpflich und nur zu gerne geben sie ihr Expertenwissen weiter. Sie sind überzeugt: „Jeder kann imkern. Sogar im Schuhkarton auf dem Balkon.“

In Hamburg gibt es zehn Imkervereine mit rund 4.000 Bienenvölker. Ein Volk kann aus bis zu 150.000 Bienen bestehen. Im Winter ziehen sich Bienen zu einer Kugel – der Wintertraube – zusammen. So überleben sie Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius
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