Wortflugzone schreibt Geschichte

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Die Wortflugzone besteht aus Autoren, die bereits veröffentlicht haben oder gern veröffentlichen würden, alle aber eigentlich aus Spaß am Schreiben dabei sind. Getroffen wird sich 14-täglich im Nachbarschaftstreff Dulsberg.Foto: Grell

Zwölf Autoren treffen sich zum kreativen Austausch im Nachbarschaftstreff

Von Karen Grell
Dulsberg. Im Stadtteil Dulsberg hat sich eine Gruppe von Autoren zusammengeschlossen, die sich treffend die „Wortflugzone“ genannt hat. Mit unterschiedlichsten Geschichten kommen hier Menschen zusammen, die sich austauschen wollen, sich gegenseitig ihre Entwürfe vorlesen und auch konstruktiv bewerten.
Nicht immer nur allein zuhause sitzen und schreiben, macht natürlich viel mehr Spaß. Genau deshalb treffen sich die Schriftsteller der Wortflugzone, meist bis zu zwölf Personen, alle zwei Wochen in einer offenen Runde.
Eine Verbindung zu Dulsberg hat jeder von ihnen in irgendeiner Form. Mancher wohnt im Stadtteil oder hat dort einmal gelebt, andere haben Freunde hier oder einfach ein Interesse an dem Ort, deren Bewohner „ich wohne auf dem Dulsberg“ sagen, wenn sie von ihrem Wohnort sprechen. Erst seit drei Monaten gibt es die Autorengruppe, von denen die meisten auch schon einmal etwas veröffentlicht haben. Im letzten Monat hatte die Zone dann eine ganz originelle Idee.
Da einige der Teilnehmer gern in Cafés sitzen und Kuchenstücke verzehren, kam Thomas Siebert auf den Gedanken, doch einmal eine Ausschreibung zum Thema Dulsberg-Schnitte zu veranstalten, bei der sich eine Jury bildete, die dann zwischen drei extra kreierten Kuchenstücken auswählen sollte. Die erste Schnitte ähnelte den Backsteinfassaden der meisten im Stadtteil erbauten Häuser, die zweite war aus dunkler Schokolade mit Bananengeschmack und die dritte aus unterschiedlichsten Früchten mit Baiser als Haube, einer Darstellung des multikulturellen Charakters Dulsbergs mit einem verbindenden süßen Dach über dem Ganzen. Gewonnen hat Schnitte Nummer drei und stellt mit Sicherheit den Stadtteil mit seinem wahren Gesicht dar. Viele verschiedene Nationen leben hier zusammen und teilen sich ein Stückchen Hamburg, das viele zwischen Wandsbek und dem Zentrum gar nicht so richtig wahrnehmen mögen. Hohe Fassaden, oft mit direkten Hauseingängen zum Bürgersteig lassen viel Stein und auf den ersten Blick wenig Grün vermuten, doch der Schein trügt, denn viele von ihnen haben große Gärten im Innenhof, mit viel Rasen und schönen Bäumen. Nach der großen Prämierung des nun wohl beliebtesten Kuchenstückes des Stadtteils, steht bei der Wortflugzone jetzt das Mairauschen an. „Das Tolle ist“, so empfinden es die Mitglieder der Gruppe, „dass hier Leute mit gleichen Interessen zusammenkommen und sich in lockerer Runde über ihre Texte austauschen können.“ Genau das bringt dann nicht nur eine ganz persönliche Weiterentwicklung durch die Auseinandersetzung der eigenen Texte im Kontext mit den anderen, sondern bietet auch immer wieder Anlass zu gemeinsamen Veranstaltungen. „Ein mörderischer Monat“, heißt es in diesem Jahr und man kann gespannt sein, welche schaurigen und lustigen Geschichten die Autoren verlesen werden. Noch haben sie nichts zu den Inhalten verraten, aber wer das Messer erlebt hat, mit dem die Dulsberg-Schnitte in zwei Stücke zerlegt werden sollte, der wird nicht daran zweifeln, dass hier mörderisch gute Geschichten entstanden sind. (kg)

Wortflugzone und alle, die gern schreiben, treffen sich (vierzehntägig) im Nachbarschaftstreff, Elsässer Straße 15, t 6930094,Veranstaltung Mairauschen, „Ein Mörderischer Monat“, Krimilesung, 19. Mai, 19.30 Uhr, Kulturhof Dulsberg, Alter Teichweg 200, Eintritt ein und zwei Euro.
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