Zoff in Barmbek um freilaufende Hunde

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Ist der Döscherpark eine optimale Hundewiese? Den Trampelpfad auf dem diese Tiere herumtoben, nutzen nämlich auch Radfahrer Foto: sos
 
Wiebke König geht mit ihrer Hündin Paula gern im „Bachpark“ spazieren. Kotbeutel hat sie immer im Gepäck Foto: sos

Tierhalter in Barmbek-Süd wünschen sich eigene Zone im „Bachpark“

Von Sonja Schmidt
Barmbek
Die einen lieben sie, die anderen beschweren sich über ihr lautes Bellen und unliebsame Hinterlassenschaften. So hundefreundlich Hamburg mit seinen mehr als 73.300 registrierten Vierbeinern auch sein mag, in Barmbek-Süd beschweren sich Anwohner über freilaufende Hunde im „Bachpark“ an der Bachstraße. Das Areal ist keine ausgewiesene Auslauffläche, daher, so berichtet eine Bürgerin dem Wochenblatt, fühlten sich einige Passanten von den Tieren belästigt. Besonders Mütter mit Säuglingen oder Kleinkindern würden die Grünflächen wegen der herumtollenden Tiere nicht ungestört zum Ausruhen nutzen können. Hin und wieder schnüffele der ein oder andere „Freigänger“ tatsächlich neugierig auf dem Spielplatz herum, bestätigt Erzieherin Kim Cordis von der Kita „Kinderladen Mozartstraße“. Passiert sei noch nichts. „Aber was uns nervt, sind vor allem die Haufen auf der Wiese neben dem Spielplatz. Wir müssen den Kindern immer sagen, dass sie darauf achten sollen, wo sie hintreten. Manche Hundehalter sind wirklich ignorant.“ Wiebke König kann das nicht verstehen. Für ihre Hündin Paula hat sie immer ein paar Tütchen dabei. Frei herumtoben lasse sie Paula außerdem nur unter Aufsicht. Eine weitere Anwohnerin führt ihre Hündin immer an einer langen Schleppleine, wie sie berichtet. Ganz früh gönne sie dem Tier beim morgendlichen Hundetreff aber auch mal freie Spielzeit im Park. „Wenn die ersten Kinder auf den Spielplatz gehen, verschwinden wir. Ich bin ja selbst Mutter und nehme daher Rücksicht“, betont sie. Ein weiterer Anwohner kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Er hat seinen Rüden, wie viele andere an diesem Nachmittag, bereits am Eingang des Parks von der Leine gelassen. Damit er rumflitzen kann. Das sei schließlich wichtig für die angst- und stressfreie Entwicklung des Tieres, betont er. „Wenn ein Hund hier mal auf der Wiese herumtobt, ist das noch kein Grund uns Hundehalter zu diskriminieren. Wir maßregeln die Mütter ja auch nicht, weil sie mal eine Windel im Gebüsch liegen lassen.“

Kompromiss gefordert


Um den Bedürfnissen der Hundehalter nach mehr Freiflächen nachzukommen, hat die Stadt kürzlich eine neue Hundeauslaufzone im Friedrichsberger Park am Eilbekgrünzug eingerichtet. Hinzu kommen die schon bestehenden Freilaufflächen an der Döscherstraße und Bartholomäusstraße. Auf der Hundewiese in der Döscherstraße allerdings ist das Areal abgegrenzt und einige Autos parken dicht am Grün. Laut Fachbereich Management des öffentlichen Raumes können „aus betrieblichen Gründen wie Rasenmäharbeiten“ keine Poller aufgestellt werden. „Man muss ständig aufpassen, dass kein Auto kommt“, sagt Angelika Bellwart, die daher ebenfalls lieber mit ihrem Hund im „Bachpark“ Gassi geht. Sie schlägt vor: Die Ruhewiese im „Bachpark“ neben dem Spielplatz einzäunen und zur Hundewiese zu erklären. Dann wäre immer noch ausreichend Grün für alle da. Der „Bachpark“, so berichtet ein Anwohner, werde sowieso seit eh und je gewohnheitsmäßig von vielen Tierhaltern als Hundeauslauffläche genutzt. Wieso also nicht einen Kompromiss schließen? „Die Nutzung von Park- und Grünanlagen in einem hoch verdichteten Stadtraum setzt stets Kompromissbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme voraus“, betont Pressesprecherin Katja Glahn vom Bezirksamt Hamburg-Nord. Um die Situation im Bachpark genauer bewerten zu können, werde der Hunde-Kontrolldienst demnächst erst mal im „Bachpark“ auf Streife gehen.
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