Zu viele gefällte Bäume

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Kahlschlag am Lohmühlenpark

St. Georg. Manfred Braasch vom BUND in St. Georg hat die aktuellen Zahlen zum Negativ-Trend in Sachen Baumbestand in Hamburg veröffentlicht. Darin wird darauf hingewiesen, dass jedes Jahr 6.000 Bäume in der Stadt verloren gehen. Eigentlich sollte Hamburg als Grüne Stadt seinem Ruf treu bleiben, doch der BUND sieht schwarz, wenn er die derzeitige Situation beobachtet. Nur knapp die Hälfte aller gefällten Bäume werden demnach durch Neupflanzungen ersetzt. Allein 1.000 Straßenbäume, 3.000 Exemplare in Parks und 2.000 auf privaten Geländen sollen nach den aktuellen Zahlen des BUND jährlich verschwinden. „Gerade noch Umwelthauptstadt im Jahr 2010, gehe die Entwicklung jetzt in die falsche Richtung“, so Braasch, der sich als derzeitiges Beispiel den Lohmühlenpark ausgesucht hat. Dort wurden über 50, zum Teil fast ein halbes Jahrhundert alte Bäume, gefällt. Alles nur wegen einer Parkneugestaltung.
„Absurd“, findet das auch einer der Aktivisten, die hier Flugblätter an Baumstümpfe geklebt haben. „Wie passt das zusammen?“, fragen sich viele Anwohner. Wo ein neuer Park gestaltet werden soll, könne man doch nicht so viele alte Bäume fällen, von denen die meisten noch gesund waren.
Entfernt werden sollten am Lohmühlenpark laut offizieller Mitteilung die Bäume, die krank sind, oder für die Neugestaltung des Parks weichen müssen. Viel zu wenig werde dabei nach Meinung der Umweltschützer im Jahr für die Erhaltung von Bäumen investiert. Zehn Euro pro Baum in Hamburg, in Bremen seien es immerhin 50 Euro, in Berlin über 30. Fällgenehmigungen würden oft zu schnell erteilt. Bei Baumaßnahmen wird zu wenig auf den Erhalt der empfindlichen Wurzeln geachtet. Am 28. Februar endete der Zeitraum, in dem vor der Brut der Vögel, gefällt werden darf. Die Bäume, die bis jetzt nicht entfernt wurden, müssen stehen bleiben. Den im Lohmühlenpark gefällten 50 Bäumen stehen nun 30 Neupflanzungen gegenüber. Die Filterung von Luftschadstoffen wird allerdings vom Kronenvolumen bestimmt. Der BUND fordert deshalb, besonders wertvolle Bäume als Naturdenkmale unter Schutz zu stellen. (kg)
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