Zukunft der Landarbeiterhäuser weiter in der Schwebe

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Zehn Wohnungen in gepflegt wirkenden Häuserzeilen bieten derzeit ein Bild des Jammers Foto: Haas
Von Waltraut Haas
Im Volksmund hießen sie „Langer Jammer“ und sie bieten ein Bild des Jammers. Noch stehen die Landarbeiterhäuser an der Hebebrandstraße 8 bis 8i. Doch sie stehen leer: Zwischen 2002 bis 2016 wurden die Gebäude alle „entmietet“. Die früher dazugehörenden Kleingärten an der Fuhle sind seit Ende 2016 verwaist, ihre Lauben inzwischen abgebrochen. Droht hier jetzt trotz Denkmalschutz der weitere Abriss eines historischen Gebäude-Ensembles?

Markus Pöstinger und Dorle Olszewski von den Piraten starteten dazu vor Monaten eine Kleine Anfrage in der Bezirksversammlung Nord. Die beiden Angeordneten erwähnen die verworfene Zwischennutzung der Häuser im Besitz des städtischen Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG): für die Unterbringung von Obdachlosen etwa oder von Flüchtlingen. Nach Prüfung des Verbraucherschutzamtes wäre dies durchaus möglich gewesen. Doch vom LIG kam keine Freigabe für die zehn leer stehenden Wohnungen.

Es werde, wie ursprünglich geplant, derzeit untersucht, „ob das Gelände inklusive der Landarbeiterhäuser zur Unterbringung eines wichtigen Wirtschaftsförderungsfalls im Rahmen einer Direktvergabe zur Verfügung gestellt werden kann.“ So hatte Bezirksamtschef Harald Rösler die Anfrage der Piraten auf Amtsdeutsch beantwortet. Im Fall einer „positiven Entscheidung“ werde der Senat über den Abriss der Landarbeiter beschließen. Anderenfalls – „bei Erhalt der Landarbeiterhäuser“ – werde der LIG „eine Konzeptausschreibung veröffentlichen“. Doch bis dato liegt noch kein Resultat der von Rösler erwähnten Prüfung vor, wie Bezirksamtssprecher Jan-Peter Uentz-Kahn auf Anfrage erklärt. Also bleibt die Zukunft der Häuser weiter in der Schwebe. Leerstand oder Abbruch: „Aus Sicht des Wohnraumschutzes standen insoweit keine Bedenken entgegen, da durch die Saga zugleich an anderer Stelle entsprechender Ersatzwohnraum in hinreichender Anzahl geschaffen wird“, so Rösler.

Soll hier nur Leerstand verwaltet werden?

„Was taugt denn Denkmalschutz, wenn er immer öfter ausgehebelt wird“, fragt Hans Matthaei von der Geschichtswerkstatt der Willi-Bredel-Gesellschaft (WBG). Und weiter: „Wir setzen uns weiterhin nachdrücklich für den Erhalt der Wohnungen ein, zumal die Prüfung durch das Verbraucherschutzamt ergab, dass die Häuser prinzipiell wieder als Wohnraum genutzt werden könnten.“ Matthaei fragt weiter, warum die Saga im Auftrag des LIG allen Mietern gekündigt habe und nun den Leerstand verwaltet, statt preisgünstigen Wohnraum zu erhalten?
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