Füttern, Säubern, Retten

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Meral Schmuhl päppelt Jungtiere - wie dieses Eichhörnchen - auf Foto: gm

Der Tierschutzverein sucht wieder neue Helfer. Ehrenamt braucht Zeit

Hamburg. Das „Gassi-Gehen“ kennt man inzwischen, aber die sogenannten Katzenvorleser oder die Jungtier-Pflege sind relativ neue Ehrenämter des Hamburger Tierschutzvereins. Meral Schmuhl (33), die hauptberuflich in der Arzneimittelbranche tätig ist, pflegt seit knapp vier Jahren verwaiste und verletzte Jungtiere, die in der Auffangstation landen. „Ich wollte mich in meinem Stadtteil einbringen und bin als Biologin eigentlich prädestiniert für diesen Job“, erklärt die Tierfreundin. Neben weiteren ca. 40 aktiven Ehrenamtlichen in diesem Bereich säubert sie zweimal wöchentlich für jeweils etwa drei Stunden Käfige, wäscht Näpfe ab und füttert Vogelküken im 30-Minuten-Takt oder gibt Eichhörnchen, den sogenannten „Hörnis“, das Fläschchen. Besonders reizvoll sei dabei, akute Lebenshilfe zu leisten und die aufgepäppelten Kandidaten bestmöglich wieder in die Freiheit zu entlassen. „Für die Schattenseiten der Tätigkeit braucht man andererseits auch starke Nerven“, betont die 33-Jährige. Denn leider überleben nicht alle Tiere. Bedauerlicherweise sind auch viele Junge betroffen, die eigentlich keiner Hilfe bedurft hätten. So werden besonders häufig Vogelküken, gar ganze Nester vorbeigebracht, deren Mutter nur unterwegs war, um Nahrung zu sammeln. Verletzte oder erkrankte Tiere können und sollten jedoch immer zur ärztlichen Versorgung gebracht werden. Im Zweifelsfall kann der 24-Stunden-Tierrettungsdienst für verletzte Tiere ohne Halter unter der Rufnummer 22 22 77 erreicht werden. Jährlich werden etwa 9.300 Tiere - hiervon sind mehr als 4.000 wildlebend - allein in der Süderstraße abgegeben und hoffen dort darauf, eine zweite Chance zu bekommen.
Das grundsätzliche Interesse potenzieller Helfer sei groß, die letztendlich aktive Bereitschaft leider weniger, so Diplom-Biologe Sven Fraaß, der für das Tierheim tätig ist. Oft gebe es zeitliche Probleme, da fast alle Ehrenämter an gewisse Uhrzeiten oder auch Tage geknüpft sind. „Manche Menschen merken dann, dass zwar Lust und Neugierde vorhanden sind, es aber doch zu viel Zeit kostet, zu uns oder zu den Einsatzorten zu kommen“, erklärt er. Egal ob es sich nun um Wildtiere, Hunde oder Katzen handelt, diese bedürfen in ihren jeweiligen Ehrenämtern verschiedenster Pflegeformen und freundlicher Helfer, die bereit sind Streicheleinheiten und Trost zu spenden (zum Beispiel indem beruhigend vorgelesen wird), aber auch Säuberungsarbeiten und die Fütterung zu übernehmen. Für ein Ehrenamt muss man 18 Jahre alt sein, jüngere Interessenten können aber an Aktivitäten der Jugendgruppe teilnehmen. (gm)

Wer ebenfalls Interesse an einem Ehrenamt hat, kann sich im Internet unter www.hamburger-tierschutzverein.de/ehrenamt oder speziell Jugendliche unter www.hamburger-tierschutzverein.de/junge-tierfreunde/jugendgruppe informieren.
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