Parker in Barmbek behindern Retter

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Kein Platz in der Genslerstraße: Das Feuerwehrfahrzeug passt kaum durch die zugeparkte Straße. Im Notfall kann das verheerende Folgen haben Foto: Thiele

Polizei und Feuerwehr kritisieren Chaos in den Wohnstraßen

Von Ulrich Thiele
Barmbek
Seit acht Jahren ist Andreas Rieck mittlerweile schon Stadtteilpolizist in Barmbek. Und seitdem hat der 52-Jährige stets mit einer Angelegenheit besonders zu kämpfen: Das Park-Chaos auf Barmbeks Straßen. Immer wieder haben Riecks Kollegen von der Feuerwehr Probleme, auf dem Weg zu ihren Einsatzorten die engen Straßen zu passieren, da falsch parkende Fahrzeuge die freie Durchfahrt behindern. Besonders in Notfallsituationen, wenn es schnell gehen muss, kann dies gefährlich sein und wertvolle Zeit kosten. Feuerwehrmann René Höber: „Wir haben generell bei jedem Einsatz Verzögerungen und sind nie so schnell am Einsatzort wie wir könnten. Wir haben von der AG der Berufsfeuerwehr vorgeschriebene Rüstzeiten, das sind zum Beispiel acht Minuten bei einem Einsatz mit zehn Mann bei einem Wohungsbrand. Und diese Zeit können wir nie einhalten. Wohin das führen kann, kann man sich ja denken.“
Stadtteilpolizist Rieck versucht schon seit Jahren, die Leute darauf aufmerksam zu machen, wie gefährlich das ist. „Aber es ist leider noch schlimmer geworden, weil mehr junge Leute mit Autos hergezogen sind“, so Rieck. Besonders gefährlich wird die chaotische Parksituation an der Genslerstraße. Dort bereitet die enge Straße nicht nur der Feuerwehr Probleme, sondern auch den Kindern der dort ansässigen Grundschule. Diese müssen aufgrund zugeparkter Fußwege meist auf die Fahrbahn ausweichen.
Häufig sei es deswegen schon zu Beinahe-Unfällen zwischen Pkw-Fahrern und Schulkindern gekommen, berichtet der Polizist. „Parkplatznot hin oder her: Jeder muss auf jeden Rücksicht nehmen und die Kinder dürfen sowieso nicht gefährdet werden“, fordert Rieck, der „Cop-4-you“ an der Grundschule ist.
Die regelmäßigen Kontrollfahrten mit seinem Kollegen Stefan Sorge scheinen die Auto-Fahrer nicht abzuschrecken. „Morgen ist hier wieder alles zugeparkt“, sagt Rieck entrüstet bei der abendlichen Kontrollfahrt während er unermüdlich falsch parkende Pkw dem Abschleppdienst übergibt und Flyer mit dem Aufruf zur Rücksichtnahme unter die Scheibenwischer klemmt. Zwischen 220 und 280 Abschleppvorgänge notieren die beiden Barmbeker Polizisten jährlich. Und das wird teuer für die Auto-Fahrer: 265 Euro müssen sie bezahlen, wenn sie ihr Auto aus dem „Autoknast“ an der Ausschläger Allee abholen müssen. Aber laut Rieck hilft auch das nicht viel.
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3 Kommentare
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Rüdiger Hoffmann aus Barmbek | 18.02.2016 | 14:34  
403
Rainer Stelling aus St. Georg | 22.02.2016 | 15:58  
8
Rüdiger Hoffmann aus Barmbek | 02.03.2016 | 23:17  
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