Prozess: Messerattacke auf Hamburger Taxifahrer

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Serdar Y. und seine Mutter stehen wegen versuchten Mordes vor dem Hamburger Landgericht. Der 32-Jährige soll auch für den lebensgefährlichen Angriff auf einen Hamburger Taxifahrer verantwortlich sein Symbolfoto: thinkstock

Serdar Y. steht als mutmaßlicher Täter vor Gericht. Zudem muss er sich mit seiner Mutter wegen versuchten Mordes verantworten

Bramfeld/Neustadt Ausgangspunkt eines schweren Verbrechens an dem Taxifahrer Gerold H. (61) ist die Kreuzung Drosselstraße/Bramfelder Straße. In der Nacht zum 7. Mai 2014 nahm der Taxifahrer dort einen Fahrgast auf. Der Mann ließ sich zum Tschaikowskyplatz fahren. Dort bat der Taxifahrer um sein Geld. Doch anstatt zu bezahlen, zog der Fahrgast ein großes Küchenmesser aus seinem Mantel und stach auf den Fahrer ein. Er geriet in einem Blutrausch. Gerold H. erlitt 24 Stichverletzungen im Bereich des Oberkörpers, wurde an der Lunge und im Halsbereich getroffen. Nur durch mehrere Notoperationen konnte er gerettet werden (das Wochenblatt berichtete).

Sendung „Aktenzeichen XY“ brachte Hinweis


Die schreckliche Bluttat, die damals in ganz Deutschland Aufsehen erregte und eine Debatte anschob, wie man den Schutz für Taxifahrer weiter erhöhen könne, wird jetzt vor dem Hamburger Landgericht verhandelt. Auf der Anklagebank sitzen Serdar Y. (32) und seine Mutter, Yasimen (52). Der junge Mann soll für die Attacke auf den Taxifahrer verantwortlich sein. Gemeinsam sind Mutter und Sohn außerdem wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie sollen versucht haben, einen Killer anzuheuern, der einen Feind von Serdar Y. umbringen sollte. Hinweise auf den Täter des brutalen Taxi-Überfalls bekam die Polizei erst im Frühjahr 2015, nachdem „Aktenzeichen XY“ über den Fall berichtet hatte. Durch die Aussage eines Zeugen, der anonym blieb, geriet der 32-jährige Serdar Y. ins Visier der Polizei. Verdeckte Ermittler wurden eingesetzt, um das Umfeld des jungen Mannes zu erforschen. Die beobachteten einen Streit zwischen dem Angeklagten und dem Bruder (23) seiner Ex-Freundin.

Prozess wird fortgesetzt


Auf dem Heiligengeistfeld kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den Männern, bei der Serdar Y. schwere Augenverletzungen erlitt und einen großen Teil seiner Sehkraft verlor. Um diese schweren Verletzungen zu rächen, wollten Mutter und Sohn einen Auftragsmörder anheuern. Sie versprachen dem „Killer“ eine Belohnung von 15.000 bis 20.000 Euro für den Mord, zahlten 5.000 Euro an. Sie wussten nicht, dass der vermeintliche „Killer“, den sie ansprachen, ein verdeckter Ermittler war. Der Prozess wird sich über mehrere Monate hinziehen. (je)

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