Aufstieg gemeistert

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Meisterjubel auf der Sportanlage am Gropiusring Foto: Thomas Hoyer
 
ehn Jahre Arbeit haben sich für Trainer Manuel Alpers ausgezahlt Foto: Hoyer

BSV-Fußballerinnen schaffen den Sprung in die 2. Bundesliga

Von Thomas Hoyer
Bramfeld
Damit hatte vor Saisonbeginn wohl keiner gerechnet: Die Fußballerinnen des Bramfelder SV steigen als Meister der Regionalliga Nord in die 2. Bundesliga auf. Zwei Spieltage vor Ende der Serie liegt das Team von Trainer Manuel Alpers uneinholbar acht Punkte vor der „Zweiten“ von Werder Bremen. Mit der überragenden Bilanz von 19 Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage. Nach dem hervorragenden Abschneiden in der letzten Serie, in der man als Aufsteiger bereits respektabler Vierter geworden war, hatten Verantwortliche und Mannschaft zwar wieder das oberen Tabellendrittel angepeilt, doch als Favorit sah man sich in keiner Weise. „Das waren für mich andere. Bergedorf 85 und Fortuna Celle hatte ich auf der Rechnung“, erzählt Manuel Alpers, der seine Mannschaft vor Saisonbeginn unter anderem mit zwei Spielerinnen des HSV-Barmbek-Uhlenhorst verstärkt hatte, der Torhüterin Andrea Fernandes-Neves, die zum großen Rückhalt wurde, und Saphia Hassan, bislang 14-fache Torschützin.
Schon am ersten Spieltag bot sein Team eine Klassenleistung gewann in Celle überraschend mit 5:2. Der Auftakt zu einer tollen Serie mit sechs weiteren Erfolgen, darunter ein ebenfalls deutliches 3:0 über Bergedorf 85, den anderen Favoriten auf einen Spitzenplatz. Erst die „Zweite“ von Werder Bremen, mit der sich die Bramfelderinnen im weiteren Verlauf der Serie ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, wobei die BSV-Mädels die Tabellenführung an die Grün-Weißen nur am 11. und 12. Spieltag abgeben mussten, sorgte in der achten Partie für einen Dämpfer, als man zuhause 1:2 verlor. Zwei Wochen später folgte noch ein torloses Unentschieden gegen den TSV Limmer, wiederum auf eigenem Rasen, aber danach waren Mannschaftsführerin Denise Stroda, die dienstälteste Kickerin im Team (seit 2007), und ihre Mitstreiterinnen nicht mehr zu bremsen, gewannen alle folgenden Spiele. Zur Winterpause lag man zwei Punkte vor Werder. Vor diesem Hintergrund, und um vielleicht das Unmögliche wahr zu machen, rückten noch einmal fünf neue Damen in den Kader, mit denen man sich vor allem in der Breite noch besser aufstellen wollte. Die kroatische Nationalspielerin Sarah Schäfer-Hansen (von Bergedorf 85), die slowenische Nationalspielerin Ziva Hanzic (aus Maribor) erwiesen sich bisher im offensiven Mittelfeld ebenso als echte Verstärkungen wie Sebnem Daireciouglu (von Einigkeit Wilhelmsburg) in der Defensive. Zur vorentscheidenden Partie um den Meistertitel gegen Werder Bremen kam es am 10. April. Zur Halbzeit mit einem 1:1 noch gut bedient, drehte das Team nach der Pause groß auf und gewann noch mit 4:1. Die stärkste Saisonleistung zeigten die Bramfelderinnen dann zwei Wochen später gegen den Tabellendritten TSV Limmer (3:0). „Wie man an unserem Torverhältnis von 71:19 sieht, ist unser Plan, aus einer soliden defensiven Grundordnung variabel nach vorne zu spielen und dabei unberechenbar zu sein, voll aufgegangen“, freute sich Trainer Alpers, der die BSV-Frauen während der Weltmeisterschaft 2006 übernahm, die Mannschaft kontinuierlich weiter entwickelte und auf dem Weg in Deutschlands zweithöchste Klasse fünfmal den Aufstieg schaffte. „Das zweite Jahr nach dem Aufstieg gilt ja eigentlich als schwieriger“, so der Coach. „Davon war bei meiner Mannschaft zu keinem Zeitpunkt etwas zu merken. Die ganze Art und Weise wie sie in dieser Saison aufgetreten ist, hat mich wirklich überrascht. Meine Mädels sind sehr trainingsfleißig und immer bereit, akribisch an ihren Schwächen zu arbeiten und sich zu verbessern. Zudem stellt sich jede Spielerin hinten an, wenn es um den Erfolg der ganzen Mannschaft geht.“ Nach derzeitigem Stand der Dinge wird die Erfolgstruppe wohl in der nächsten Saison zusammen bleiben. Wieder dabei ist Paula Ziselsberger, die in der Hinrunde ein Praktikum in ihrer Heimstadt München absolvierte. Mit weiteren Verstärkungen ist der Trainer noch im Gespräch. Außerdem wird noch eine zweite Torhüterin gesucht, da Fredericke Wiener, die nur noch auf Abruf bereit stand, ihre Laufbahn beenden wird. „Ich bin ganz sicher, dass wir in der 2. Liga bestehen können“, erklärt Manuel Alpers. „Wir freuen uns schon riesig auch wenn die eine oder andere weite Reise dabei ist.“
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