Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht Susanne Hann

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Susanne Hann ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht. Foto: pi

Scheidung auf türkisch

Billstedt. Eine Scheidung ist nicht immer ein gleich eine Scheidung. Gerade aufgrund unserer multikulturellen Gesellschaft ergeben sich im Familienrecht immer wieder Besonderheiten. Es besteht der weit verbreitete Irrtum, dass nach deutschem Recht geschieden werden muss, wenn beide Beteiligte in Deutschland leben. Dem ist aber nicht so. Vielmehr gibt es im internationalen Privatrecht verschiedenste Anknüpfungspunkte, auf welcher rechtlichen Grundlage ein Scheidungsverfahren und die damit zusammenhängenden Scheidungsfolgen geregelt werden sollen. Es leben sehr viele türkische Mitbürger unter uns, so dass gerade das türkische Recht im Rahmen eines Scheidungsverfahrens vergleichsweise häufiger zur Anwendung kommt. Da ein maßgeblicher Anknüpfungspunkt die Staatsbürgerschaft der Beteiligten ist, kommt türkisches Recht für die Scheidung und einen überwiegenden Teil der Scheidungsfolgen zur Anwendung, wenn beide Eheleute türkische Staatsangehörige sind oder zumindest neben der deutschen Staatsangehörigkeit noch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen. Das deutsche Gericht muss also das türkische Recht anwenden. Für die Scheidung bedeutet das z.B., dass nicht -wie im deutschen Recht- schlicht das Trennungsjahr abgewartet werden muss, um eine einvernehmliche Scheidung durchführen zu können. Vielmehr gilt es in der Regel, ein Verschulden zu prüfen. Daraus ergeben sich eingeschränkte Antragsrechte, Folgen für das Güter- und Sorgerecht sowie auch das Unterhaltsrecht, wobei es hier wiederum Besonderheiten gibt. Das Unterhaltsrecht knüpft an den gewöhnlichen Aufenthalt der Eheleute an, d.h. wenn die Eheleute beide in Deutschland leben, ist deutsches Recht anwendbar.
An diesem Beispiel wird deutlich, wie vielseitig auch das Familienrecht sein kann, wenn verschiedene Staatsbürgerschaften betroffen sind. Hier gilt es wegen der unterschiedlichen Regelungen ganz besonders aufmerksam zu sein, um auch alle Rechte der Betroffenen zu wahren. Zumal auch die Richter nicht immer über die nötige Erfahrung in den ausländischen Rechtsordnungen verfügen. Als damit befasster Anwalt muss man sich daher in den jeweiligen Rechtsgebieten umfassend einarbeiten und über fundierte Kenntnisse verfügen, um die Rechte des von ihm vertretenen Ehepartners gewissenhaft und voll umfassend vertreten zu können. Insofern sollte man, wenn ausländisches Recht betroffen sein könnte, sich umfassend beraten lassen, wann, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Konsequenzen ein Scheidungsverfahren eingeleitet werden kann und Scheidungsfolgen geregelt werden können. Hierfür stehe ich Ihnen gern unterstützend zur Seite. (pi)

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht Susanne Hann, Anwälte im Billstedt-Center (Hann, Kempa, Storbeck), Möllner Landstraße 3,
22111 Hamburg,
Tel.: 732 00 48
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