Ein Ermittler mit Ortskenntnis

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Cornelius Hartz lebt in Hamm und schreibt Kriminalromane Foto: tal

Mädchenröte: Erfolgsautor Cornelius Hartz aus Hamm veröffentlicht neuen Nord-Krimi

Von Thore Albertsen
Horn
Leise Musik erklingt im „Josephins“, einem kleinen Café in der Nähe der S-Bahn Wartenau. Vor den großen Schaufenstern wird es langsam dunkel. Es nieselt. „Genau der richtige Zeitpunkt für einen Mord“, sagt Cornelius Hartz und lacht. Von Morden – davon lebt der 42-Jährige, jedenfalls von der Theorie. Denn Hartz ist Krimiautor. Vor wenigen Monaten kam mit „Mädchenröte“ sein dritter Nord-Krimi auf den Markt. Dieses Mal wird der Chef eines insolventen Windkraftunternehmens tot in einem kleinen dänischen Dorf in der Nähe der Grenze aufgefunden, kurze Zeit später explodiert eine Bombe in Schleswig. Orte, die dem Autoren natürlich nicht unbekannt sind. „Eine der wichtigsten Regeln für Schriftsteller ist: schreibe nur über das, was du kennst. Meine Frau kommt aus der Nähe von Schleswig, in dem dänischen Dorf liege ich oft am Strand“, erklärt Hartz. Auch die Figuren tragen viel Autobiographisches in sich. „Wenn ich mir meine Charaktere im Nachhinein immer noch mal anschaue, ist es erschreckend, wie viel wir doch gemeinsam haben. Mit Kommissar Brook aus meinen Hamburg-Krimis zum Beispiel verbinden mich die Antipathie gegenüber kleinen Hunden sowie gewisse Verhaltensweisen in Beziehungen. Aber da muss man wohl eher meine Frau fragen“, sagt der Schriftsteller.
Seine Frau Catrin und Hartz sind seit 2007 ein Paar. Zusammen mit einer Freundin leben sie in einer gemeinsamen Wohnung nicht weit vom „Josephins“ entfernt. Kennengelernt haben die beiden sich während einer schweren Zeit im Leben des Autors. Cornelius hatte gerade in klassischer Philologie promoviert, ging für einen Lektorenjob nach Mainz, glücklich war er so weit von seiner Heimat entfernt nicht. „Nichts gegen Mainz, aber als echter Hamburger fühlt man sich nur zwischen Elbe und Alster wirklich wohl“, sagt Hartz und fügt hinzu: „Außerdem konnten Catrin und ich uns so nur alle vier Wochen sehen, denn üppig war das Gehalt nicht.“
Durch seine Lektorenarbeit aber bekommt er einen Vertrag für sein erstes Buch mit dem Titel „Excrucior“. Ein historischer Roman über den römischen Dichter Catull, über den er promoviert hatte. Das Buch rutscht sofort unter die Top Ten für den Sir-Walter-Scott-Literaturpreis für historische Romane. „Das war eine unglaubliche Ehre. Immerhin war ich damals noch ein Newcomer“, erinnert sich Hartz.

Zurück nach Hamburg


Nach zwei Jahren hält er es nicht mehr aus, geht zurück nach Hamburg, lebt von der Übersetzung von Büchern aus dem Englischen ins Deutsche und von Gelegenheitsjobs. Erst 2012 setzt er sich wieder an den Laptop und schreibt seinen ersten Thriller „Transit“, gleich darauf folgt mit „Brook und der Skorpion“ sein erster Nordkrimi. Das Buch wird ein Erfolg. Sogar über Filmrechte wird schon verhandelt. Mittlerweile kann Cornelius Hartz von den Buchverkäufen und Übersetzertätigkeiten gut leben, geht auf Lesereise, leitet das Literaturlabor Wolfenbüttel, das Nachwuchsautoren fördert. Und er arbeitet schon wieder an neuen Ideen. „Ich widme mich momentan einem ganz anderen Genre. Mehr verrate ich aber nicht“, sagt er, trinkt seinen Kaffee aus und verschwindet in der Dunkelheit.
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