Hamburg: Frauen auf der Suche nach Gerechtigkeit

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Guadalupe Balderrama in der Rolle der Mutter, die um Gerechtigkeit für ihre tote Tochter kämpft Foto: wb

Bühnenstück aus Mexiko greift wegweisendes Urteil gegen Frauenmorde auf. Am Freitag im Sprechwerk

Hamburg. Justicia Negada - verweigerte Gerechtigkeit - ist ein Bühnenstück der aus Ciudad Juárez stammenden mexikanischen Schauspielerin und Regisseurin Perla de la Rosa. Es greift die Thematik der Frauenmorde (Feminizide) auf, die seit den 1990-Jahren in der Grenzregion im Norden Mexikos eine traurige Realität darstellen.
Jetzt wird das Stück im Sprechwerk gezeigt, begleitet mit Live-Musik und Videoausschnitten aus dem Gerichtsbeschluss. Ausgehend von dem Fall „Campo Algodonero gegen Mexiko“, der 2009 vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte behandelt wurde, kommen in dem Stück vor allem die Mütter der Opfer zur Sprache. Es handelt sich dabei um den ersten Fall von Feminiziden in der Geschichte, der vor dem Interamerikanischen Gerichtshof behandelt und verurteilt wurde. Dieser Gerichtsbeschluss und das entsprechende Urteil stellen einen wichtigen Präzedenzfall dar, denn seit dem 16. November 2009, dem Tag des Urteilspruchs, können alle Fälle von Frauenmorden aus allen Ländern dieses Kontinents unter Berufung auf dieses Urteil angenommen werden.
Die Mütter Josefina González, Irma Monreal und Benita Monárrez aus Ciudad Juárez erreichten gemeinsam mit ihren Anwältinnen, dass der mexikanische Staat verurteilt wurde, unter anderem weil er das Leben, die Unversehrtheit und die Freiheit der Opfer nicht schützte, und den Fall – wie viele andere - nicht angemessen strafrechtlich verfolgte. Bislang hat der mexikanische Staat die Mehrheit der aus diesem Urteil resultierenden Verpflichtungen nicht erfüllt.Die Inszenierung Perla de la Rosas verbindet mythische Szenen, die den in der Region vorherrschenden Krieg in eine Art Mittelalter innerhalb der mexikanischen Aktualität verorten wollen. Die Handlung ist dabei verknüpft mit tatsächlichen Zeugenaussagen und den mythischen Erzählungen des Abaddons, dem Engel des Abgrunds, der mit seinem Heer in das Große Tal einfällt. (wb)

Freitag, 25. April, 20 Uhr, Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Straße 23. VVK: 17,20 Euro, ermäßigt 11,70 Euro. AK 18 (erm. 12,50) Euro. Karten-Telefon: 24 42 39 30 oder info@hamburgersprechwerk.de
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