Kulturelle Sonderlocken

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Die Veranstaltungsreihe „Kultur-im Salon“ ist gut besucht Foto: je

Friseursalon Schmidt hat sich als außergewöhnliche Stadtteilbühne etabliert

Horn Abends verlassen die Horner Bürger nur ungern ihren Stadtteil, um zu Lesungen oder Konzerten in die City zu fahren. Kultur aber lieben sie trotzdem. Deshalb wurden sie erfinderisch. Sie holten die Kultur zu sich in den Stadtteil. So gibt es mit dem „Kleinen Hoftheater“ und dem Theater „Das Zimmer“ nicht nur zwei renommierte Bühnen in Horn, es gibt auch einen Friseursalon, in dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Stadtteilverein organisiert


„Showtime“ ist immer am letzten Freitag im Monat. Veranstaltungsort ist der Salon „Frau Schmidt“ in der Washingtonallee 20. Beginn der Veranstaltungen mit dem Titel „Kultur-im-Salon“ ist um 19 Uhr. Die Organisation hat der Stadtteilverein Horn.
Die Verantwortung für den lückenlosen Ablauf der Veranstaltungen tragen Friseurin Jessica Schmidt sowie Ursula Roth vom Vorstand des Stadtteilvereins. Im „Salon Schmidt“ - bis Juli vergangenen Jahres noch „Salon Arndt“- werden den Hornern schon seit über 30 Jahren die Haare schön gemacht. „Kultur-im-Salon“ von Frau Schmidt feiert im Mai fünfjähriges Jubiläum. Die Idee dazu wurde zu Beginn des Jahres 2010 „geboren“. „Der Salon von Helga Arndt war schon immer ein Treffpunkt für viele engagierte Horner Bürger“, berichtet Ursula Roth. „Es wurde bei Kaffee geklönt, aber auch Stadtteilarbeit betrieben. Damals entwickelten wir die Idee, Autoren und Musikern aus Horn eine nahe Auftrittsmöglichkeit zu bieten“.

Haarschnitt gratis


So begann „alles“ am 28. Mai 2010 mit einem plattdüütschen Leseabend mit Katrin Luckmann. Inzwischen sind zahlreiche Musiker und Schriftsteller im Horner Friseursalon aufgetreten.
Die Künstler schätzen die besondere Atmosphäre in dem Friseurgeschäft – und die meisten wollen trotz geringer Bezahlung gerne wiederkommen. Die Gage für den Abend beträgt 50 Euro. Außerdem gibt es einen Gratishaarschnitt. Künstler mit Glatze haben Pech. Auch die Horner sind von „Kultur-im-Salon“ begeistert. Sie müssen nicht in die City fahren und kommen doch ganz nah mit interessanten Künstlern zusammen. Vor Beginn der Veranstaltung ist die Aufregung im Salon immer groß. Der Salon muss leer geräumt und die Stühle aus dem Keller geholt werden. „Es klappt nicht immer rechtzeitig“, schmunzelt Jessica Schmidt. „Einmal saß noch eine Dame mit Lockenwicklern unter der Trockenhaube, während der Künstler schon mit seiner Darbietung begann.“
Am kommenden Freitag, 27. März, liest Maria Pollock. Thema: „Männer, Frauen und andere Katastrophen“. (je)
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