Projekt in Billstedt hilft Migranten

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Sozialpädagoge Fehmi Aykurt und die Sozialberaterinnen Ünige Albert und Asiye Karakurt (v. li. ) Foto: Christa Möller

Arbeit, Sprachkurse, Versicherungen: „step.in – beratung mobil“ bietet Unterstützung

Von Christa Möller
Billstedt
Eine gute Anlaufadresse für neu zugewanderte Unionsbürger ist „step.in – beratung mobil“. Seit kurzem gibt es dieses Projekt des Vereins „verikom“ in Billstedt, Am Alten Zoll 1. Finanziert wird step. in bis Ende 2018 vom Europäischen Sozialfonds. Die step-in-Mitarbeiterinnen informieren Ratsuchende auf Deutsch, Bulgarisch und Rumänisch bei Fragen zu Integrations- und Deutschkursen, aber auch, wenn es um Gesundheit und Krankenversicherung geht. Bei Arbeits- und Sozial- sowie Wohnungsfragen wird ebenso geholfen, aber auch, wenn es um Kindergarten und Schule, Schulden oder die Kommunikation mit Ämtern, Behörden und Organisationen geht. Beratungszeiten sind jeden Montag und Donnerstag von 9.30 bis 12.30 sowie dienstags von 14 bis 17 Uhr, aber auch nach Vereinbarung unter Telefon 040/41 49 39 51 oder 040/219 87 68 20. Im September beginnen niedrigschwellige Sprachkurse für Bulgaren und Rumänen.

Auch Einzelberatung ist möglich


Einzelberatung für Migranten und Beratung zur Sprachförderung gehören zum Angebot des Integrationszentrums von verikom Billstedt/Horn. „Wir beraten überwiegend Menschen aus EU-Ländern, aber auch aus der Türkei, Syrien, dem Irak und Afghanistan sowie aus Afrika“, erläutert der Sozialpädagoge Fehmi Aykurt. Insgesamt nutzen Menschen aus 45 Nationen das Angebot, „darunter auch Menschen, die gut Deutsch können.“ Seine Kollegin, die Sozialberaterin Asiye Karakurt, ergänzt mit Blick auf den Besucherstrom: „Der Bedarf ist wirklich sehr groß. Wir bräuchten mehr Berater, mehr Räume.“ Der Warteraum sei so klein, dass auch auf dem Flur Menschen warten. Manchen ist schon mit einer Kurzberatung geholfen, andere kommen zum terminierten Beratungsgespräch wieder.

Umfangreiches Angebot bei verikom


Auch Ratsuchende mit psychosozialen Problemen kommen zu verikom. Insgesamt sechs verikom-Mitarbeiter arbeiten im Billstedter Team, das neben den Beratungen Stadtteil- und Vernetzungsarbeit betreibt. Im Laufe der Zeit sei verikom zu einer Institution in Hamburg geworden. Der Verein betreibt neben step.in weitere Projekte etwa zu Opferschutz, für Opfer häuslicher Gewalt und Zwangsheirat und gegen Gewalt in Flüchtlingsunterkünften. „Junge Vorbilder“ etwa ist ein Mentoringprojekt für Schüler mit Migrationshintergrund, hier geben Studenten Schülern Nachhilfeunterricht. Asiye Karakurt ist in der Türkei geboren, wo sie Grundschullehrerin war. Sie sorgt sich um Kinder, die mit 16, 17 Jahren nach Deutschland gekommen sind, nur wenig Deutsch können und die Schule mit 18 verlassen, ohne Perspektiven zu haben. „Sie sind hier, niemand will zurückgehen. Egal ob Flüchtlinge oder Menschen aus EU-Ländern, sie brauchen Chancen auf gute Bildung und Ausbildung.“ Der vor 16 Jahren gegründete gemeinnützige Verein verikom (Verbund für interkulturelle Kommunikation und Bildung) mit Sitz in Altona ist mit Einrichtungen und Angeboten insgesamt an acht Standorten in Hamburg vertreten und setzt sich für Gerechtigkeit, Antirassismus und Gewaltfreiheit sowie ein respektvolles Miteinander und Gleichberechtigung ein. Die Projekte werden unter anderem vom Europäischen Sozialfonds, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie von verschiedenen Stiftungen gefördert. Seit 2009 gibt es die Beratungsstelle für Migranten in Billstedt, Am Alten Zoll 1, wieder. Sie ist nur fünf Minuten zu Fuß vom U-Bahnhof entfernt. 2014 kamen circa 1.200 Ratsuchende, überwiegend aus Billstedt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl noch höher. Offene Beratungszeiten sind jeden Montag und Donnerstag von 9.30 bis 12.30 sowie dienstags von 14 bis 17 Uhr, sonst nach Terminvereinbarung, Telefon 040/219 87 68 14. Anfang Oktober startet ein neuer, kostenloser Alphabetisierungskursus in türkischer Sprache. verikom benötigt für Sprachkurse noch zusätzliche Räume und Deutschlehrer, mit und ohne BAMF-Zulassung (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

Weitere Infos: www.verikom.de
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