Wie aktuell ist Martin Luther?

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Luther auf dem Reichstag zu Worms (gemeinfrei/Wikimedia Commons) Repro: wb

Lesefestival „Martinstage“ beleuchten den Reformator und sein Denken von unterschiedlichen Seiten

City Mit seiner Bibelübersetzung hat Martin Luther im 16. Jahrhundert biblische Inhalte dem einfachen Volk zugänglich gemacht, zwar gab es schon vorher einige wenige niederdeutsche Übersetzungen der Heiligen Schrift, aber die waren für die einfachen Leute unverständlich. Luther übersetzte die biblischen Aussagen nach ihrem Wortsinn und wollte „dem Volk aufs Maul schauen“. Schon nach wenigen Jahren besaß rund ein Drittel aller Deutschen, die lesen konnten, seine Luther Bibel – Martin Luther hat unsere Gesellschaft tief geprägt. Ein Anlass für das Lesefestival „Martinstage“, das vom 10. bis zum 14. November den Reformator von allen Seiten beleuchtet.
„Nun ist der Weltenveränderer aus Wittenberg wahrlich kein Säulenheiliger gewesen“, sagt Bischöfin Kirsten Fehrs, „er hatte auch Fehler und Schwächen.“ Die Lesetage widmen sich der Frage, was an seinem Denken heutzutage noch aktuell ist, was vielleicht überholt – und was vielleicht sogar kritisch gesehen werden muss.
Am Dienstag, 10. November, rückt Dieter Andresen den Menschen Martin Luther in den Fokus. Im Ledigenheim in der Rehhoffstraße berichtet er über Luthers überbordende Lebensfreude, seine Intelligenz und seine besondere Art zu glauben. Am Mittwoch, 11. November, geht es um die „Strafsache Luther“, Ort des Geschehens ist – ganz passend – die Grundbuchhalle des Ziviljustizgebäudes am Sievekingsplatz. „Luther op Platt“ heißt es am Donnerstag, 12. November, im Ohnsorg Theater. Die Veranstaltung ist eine Kombination aus Lesung, Diskussion und Musik. Zeitgleich wirft eine Diskussionsrunde mit Zeit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, Kirchenhistoriker Harry Oelke und Werber Christopher Rohs in der Bucerius Law School einen kritischen Blick auf die freie Meinungsäußerung damals und heute. „Ohne Medien keine Reformation“ lautet eine These, außerdem will sich die Runde die Rolle von Gerüchten, Vorverurteilungen und schnellen Bildern in unserer aktuellen Öffentlichkeit genauer ansehen. Zu den problematischen Seiten des Reformators zählt sein Verhältnis zu Juden. Unter dem Titel „Diffuse Ängste oder blinder Hass?“ wird sich am Donnerstag, 12. November, eine Diskussionsrunde im Logensaal der Kammerspiele mit Luthers Antisemitismus beschäftigen.
Und dann ist da noch des Reformators Sinnenfreude: Luther tafelte zum Beispiel gern – und zwar am liebsten mit vielen Gästen, seine Frau Käthe bewirtete fast jeden Abend 20 bis 30 Leute. In „Käthchens Kantine“ in St. Katharinen soll deshalb am Sonnabend, 14. November gemeinsam gespeist werden Anmeldung bis 10.11. unter kaethchenskantine@martinstage.de). (sh)

Tickets ab 10 Euro an allen Vorverkaufsstellen, weitere Infos: www.martinstage.de
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