1000 Feuerwehrleute werden nachgeschult

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Branddirektor Bernd Herrenkind vor dem weitläufigen Gelände der FeuerwehrakademieFotos: je
 
Feuerwehrmann Robert Kugler von der Feuerwache Alsterdorf beim „Einsatz“ vor einer Brandgewöhnungsanlage

Neues Gesetz: In Hamburgs Feuerwehrakademie werden Notfallsanitäter künftig drei Jahre ausgebildet

Von Martin Jenssen
Billbrook. Pro Tag rücken die Hamburger Wehren durchschnittlich 680 mal aus. An Spitzentagen – wie zur Weihnachtszeit - sind es bis zu 1200 Einsätze. Die Notrufnummer 112 wird pro Jahr über eine Million Mal gewählt.

Topfit sein

Bei ihren Einsätzen müssen die Retter topfit sein. Und das nicht nur körperlich. Um perfekt helfen zu können, brauchen sie ein spezielles Wissen. Das wird den Einsatzkräften an der Feuerwehrakademie in der Bredowstraße (Billbrook) vermittelt. Geschult werden sie dort von Kollegen, die aus der Praxis kommen.
Die Lehrer der Akademie sind Feuerwehrleute, die sich an den verschiedensten Wachen bewährt haben. Sie bleiben für fünf bis sieben Jahren als Lehrkraft an der Akademie und kehren danach in den normalen Feuerwehrdienst zurück. Kollegen unterrichten Kollegen. Das spürt der Besucher, wenn er die Akademie betritt. Unter den Kollegen herrscht ein freundlicher, kameradschaftlicher und respektvoller Umgangston. Jeder ist für jeden da.

Rund 100 Mitarbeiter an Feuerwehrschule tätig

Im Durchschnitt verbringen die Feuerwehrleute jährlich zweieinhalb Tage an der Akademie. „An normalen Ausbildungstagen herrscht auf unserem Gelände ein Gewimmel wie auf einem Ameisenhaufen“, sagt Bernd Herrenkind, Leiter der Akademie. Etwa 100 Mitarbeiter sind an der Feuerwehrschule tätig.
Eine große Herausforderung für die Akademie ist zur Zeit das neue Notfallsanitätergesetz (NotSanG), das am 1. Januar in Kraft getreten ist. Kernpunkt des Gesetzes: Die Ausbildungszeit für Notfallsanitäter verlängert sich von zwei auf drei Jahre. Branddirektor Herrenkind: „Bedeutet für uns, dass etwa 1000 Hamburger Feuerwehrleute nachgeschult werden müssen – obwohl sie bereits ausgebildete Rettungssanitäter sind.“
So nimmt die Ausbildung der Sanitäter einen großen Raum in der Akademie-Arbeit ein. Die Brandbekämpfung (Heißausbildung) an der Feuerwehrhochschule kommt aber nicht zu kurz. In „Brandgewöhnungsanlagen“ werden die Feuerwehrleute darauf trainiert, Angst vor der Hitze abzubauen. An gewaltigen Klettergerüsten wird das Abseilen geübt. „Besonders wichtig“, so Herrenkind, „ist das Flashover-Training“ - eine Zimmerbrandbekämpfung unter erschwerten Bedingungen. Durch die Verbrennung von Kunststoffen entstehen Gase, die sich an an der Zimmerdecke sammeln und zu Explosionen führen können.

Seminararbeit ist ein Schwerpunkt

Wichtiger Zweig der Akademie ist die Seminararbeit: Im Jahr 2014 werden wieder die unterschiedlichsten Kurse angeboten unter anderem „Training mit Feuerlöschern“ und „Atemschutznotfalltraining“. Zu den Seminaren kommen Besucher aus ganz Deutschland und aus dem Ausland nach Hamburg. Mit den Seminaren, die bezahlt werden müssen, besserte die Akademie die Feuerwehrkasse ein wenig auf. Im kommenden Jahr sollen die Ausbildungsmöglichkeiten an der Akademie erweitert werden. Für die Heißausbildung soll eine große Bahnhofsanlage nachgebaut werden. Außerdem soll mit Unterstützung der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat ein Blaulicht-Simulator angeschafft werden, mit dem Blaulicht-Einsatzfahrten trainiert werden können.
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