166 Flächen mit Altlasten vermutet

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Das ehemalige Werksgelände der Firma Boeringer Ingelheim in Hamburg Moorfleet. Der kontaminierte Boden musste „eingekapselt“ werden.Foto: hfr

Billbrook stärker betroffen als Billstedt

Von Mike Neschki

Billstedt. Der letzte Regionalausschuss im Billstedter Ortsamt war geprägt durch ein Referat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Thema: Verunreinigung von Böden und Grundwasser in Billstedt und Billbrook.
Nicht ohne Grund, denn allein in diesen beiden Stadtteilen weist eine Statistik (FIS-AHK) 166 Flächen aus, die entweder altlastverdächtigt sind, eine Altlast oder aber einen Grundwasserschaden beinhalten. Dabei ist Billbrook wesentlich stärker betroffen als Billstedt inklusive Mümmelmannsberg. Schwerpunkt war, den Ausschussmitgliedern und interessierten BürgerInnen ein Überblick über die bekannten Gefährdungen durch beispielsweise Arsen oder Benzol zu geben, die derzeit noch im Boden unter dem Stadtteil liegen.
Allein in Billstedt wurden 190 Flächen parallel zur Schutzgebietsausweisung untersucht. Gut die Hälfte liegt innerhalb der festgelegten Wasserschutzgrenzen, wobei kontaminiertes Grundwasser normalerweise keine direkte Gefahr für den Menschen darstellt.
Kontaminierte Grundstücke werden entweder durch langwierige Prozesse gereinigt oder aber durch Dicht- und Spundwände und Oberflächenabdeckungen durch Beton versiegelt, wie zum Beispiel das ehemalige Boehringer Werksgelände in der Andreas-Meyer-Straße in Billbrook.
Die Frage nach Altlasten sollten besonders Grundstückseigentümer oder die, die es noch werden wollen, stellen. In den meisten Fällen sind die Verursacher der Verunreinigung nicht mehr ermittelbar oder insolvent. Dann müssen die Besitzer für die Sanierung ihrer Grundstücke in der Regel aufkommen. Und das kann teuer bis unbezahlbar werden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt kann Auskunft darüber geben, wo und in welcher Form Belastungen von Grundstücken bekannt sind.
Das vor kurzem neu erlassene Transparenzgesetz kommt den BürgerInnen dabei entgegen. Auch wenn die Behörde dieses Gesetz aufgrund des Datenschutzes kritisch sieht und deshalb Schadstoffbelastungen nicht veröffentlichen, ist es aber im Sinne der BürgerInnen, dass Übersichten bekannter Verunreinigungen durch Altlasten jedem ohne Nachfrage zugänglich gemacht werden.
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