Angst um „Horner Freiheit“

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Karin Wienberg (links) vom Stadtteilverein, kämpft für die „Horner Freiheit“. Hanna Waesel- mann von der Hochbahn befürchtet, dass es Einschnitte geben wird Foto: je
 
Buntes Treiben auf dem Stadtteilfest in Horn Foto: je

Stadtteilhaus durch Baumaßnahmen der U-Bahn gefährdet

Von Martin Jenssen
Gutes Wetter, gute Laune. Viele hundert Menschen strömten am Sonnabend zum Stadtteilfest an der „Horner Freiheit“. Vor allem die Kinder hatten ihr Vergnügen. Die Hüpfburg wankte unter den springenden Kindern wie ein gigantischer Wackelpudding. Die Eltern belagerten die große Show-Bühne, auf der die Chöre der verschiedenen Horner Schulen großartige Gesangsauftritte hatten.

Bei allem bunten Trubel lag dennoch ein dunkler Schatten über dem Festtag. Dabei ging es um die Zukunft der gerade neu errichteten „Horner Freiheit“. Durch die Baumaßnehmen für den Bau der U4 soll der gesamte Bereich um die „Horner Freiheit“ herum eine riesige Baustelle werden. Der Besuch des Stadtteilhauses würde dadurch ab 2019/20 sehr umständlich werden. Das löst natürlich Entsetzen aus bei den Horner Bürgern, die über 20 Jahre für die Errichtung des Stadtteilhaus gekämpft haben.

Wie Alexander Wilke vom „Team der Horner Freiheit“ mitteilte, wurden die Mitarbeiter des Stadtteilhauses darüber informiert, dass der P+R-Parkplatz an der U-Bahn-Station Horner Rennbahn für drei Jahre als Baustelle genutzt werden soll. Das Stadtteilhaus soll, abgesehen vom Eingangsbereich, eingezäunt werden.
In der Mitteilung von dem Koordinator der „Horner Freiheit“ heißt es weiter: „Zudem sehen die Pläne aktuell vor, dass unsere Terrasse abgerissen wird. Wir sind beim Bezirksamtsleiter Falko Droßmann vorstellig geworden, weil wir diesen Plan nicht akzeptieren können.“ Der Bezirksamtsleiter versprach, sich für Interessen der „Horner Freiheit“ einzusetzen. Die Horner hoffen darauf, dass er erfolgreich ist.

In einer Pressemitteilung hatte Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn, zuvor erklärt: „Die Vorentwurfsplanung zur U4 ist erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwurfsplanung, die bis Ende 2017 erarbeitet wird. Dafür werden bereits frühzeitig die Träger öffentlicher Belange in die Planung einbezogen. So können ihrerseits planungsrelevante Aspekte einfließen.“

Mit erheblichen Beeinträchtigungen werden die Horner durch den Bau der U 4 auf alle Fälle leben müssen. Falk: „Für die rund 2,6 km lange Strecke auf die Horner Geest sind zwei Haltestellen vorgesehen. Unter der Manshardtsraße entstehen die Haltestellen Dannerallee und Stoltenstraße. Der Anschluss der neuen Strecke an das Bestandsnetz erfolgt durch den Umbau der Haltestelle Horner Rennbahn. Hier entsteht ein komplexes Kreuzungsbauwerk mit einem eingleisigen Bahnsteig südlich der schon bestehenden Haltestelle.“

Während der Bauphase wird der Verkehr auf der Rennbahnstraße und der Manshardtstraße teilweise stark beeinträchtigt. Im Bereich der Haltestelle Horner Rennbahn wird für die Ausfädelung der U4 eine mehrmonatige Sperrung der U2 notwendig sein.

Auf dem Stadtteilfest standen die Info-Stände der Hochbahn und dem Stadtteilverein Horn scheinbar friedlich nebeneinander. Die Meinungen aber differierten. Karin Wienberg, Vorsitzende des Stadtteilvereins Horn: „Die derzeitige Planung halten wir nicht für das letzte Wort.“ Dagegen Hanna Waeselmann, Hochbahnbeauftragte für die U4: „Wenn es die Einschränkungen für die Horner Freiheit nicht geben wird, müssen für den Bau möglicherweise mehrere Mietshäuser in der Nachbarschaft abgerissen werden.“
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