Auf dem Weg zum Ökoprofit-Siegel

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Dr. Dieter Großmann ist Hamburgs Berater für Ökoprofitprogramm Bild: fbt

Dieter Großmann berät Kirchengemeinden aus dem Hamburger Osten

Von Frank Berno Timm
Horn
Normalerweise berät Dr. Dieter Großmann Unternehmen. Wie sie sparen und umweltgerechter wirtschaften können. Nach ungefähr einem Jahr gibt es ein Zertifikat – und darüber hinaus „Geld, Ruhm, Ehre“, wie der Hamburger Berater für das Ökoprofit-Siegel sagt. In der Timotheus-Kirche ist ein Büffet am Eingang aufgebaut. Und Dieter Großmann trägt Smoking und Fliege. Gerade verabschieden sich die Teilnehmer eines ersten Treffens: Großmann will Gemeinden aus dem Kirchenkreis Hamburg-Ost ein knappes Jahr so beraten, dass sie am Ende dieses Prozesses das Ökoprofit-Siegel bekommen.
Worum geht es? Betriebsabläufe sollen so strukturiert werden, dass deutlich wird, wie es zum Beispiel um Stromverbrauch und Abfallmengen steht, sagt Großmann. Das Siegel gebe es weltweit, es werde von Kommunen angeboten.Hamburg ist seit dem Jahr 2000 dabei: „Heute haben wir den 23. Durchgang eröffnet“. Was kann ein Teilnehmer gewinnen? „Geld, Ruhm, Ehre“, scherzt Großmann, es gehe um Einsparungen, die Teilnehmer profitierten voneinander, das Zertifikat sei anerkannt. „So ein Programm bringt Spaß!“, fügt Großmann hinzu, er wolle den Umweltschutz aus der Graue-Maus-Ecke herausholen. Ist denn Ökologie und Profit nicht eigentlich ein Widerspruch? Das sei „in weiten Teilen“ nicht der Fall, wenn es aber um die Zwei-Grad-Grenze, also das Bemühen, die Erderwärmung zu begrenzen, gehe, müsse man schon „ans Eingemachte gehen“. Und Großmann bestätigt, dass ein ganz einfacher Schritt für Kirchen, ökologischer zu handeln, aus Denkmalschutzgründen nicht möglich sei: Solaranlagen auf ihren Kirchengebäuden zu installieren. Aber um andere Gebäude und deren Heizkosten kann man sich schon kümmern.
Das Ergebnis ist laut Großmann einträglich: Es gebe pro Unternehmen bis zu 70.000 Euro Einsparungen im Jahr. Großmann hat seit 2004 im Auftrag der Stadt Hamburg immerhin 300 Betriebe beraten – nach Abschluss des etwa einjährigen Prozesses würden die Ergebnisse in einer Broschüre dargestellt; 15 Unternehmen machen jeweils mit.
Und was ist die spezielle Motivation für eine Kirchengemeinde? Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost, antwortet, es werde Profit für die Kirchengemeinden und Gesellschaft erzielt. „Natürlich wollen wir Gottes Schöpfung bewahren“, fügt er hinzu, und „wir fangen bei uns selber an“. Professionelle Begleitung helfe dabei, Punkte zu entdecken, auf die man noch nicht gekommen sei, wenn dann noch Energiesparen herauskomme, sei es „umso besser“.
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