Aufbruch in Hammerbrook

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Ansicht vom neuen Sonnin-Park. 750 Wohnungen sollen entstehen Visualisierung: 03 Architekten
 
Amtsleiter Michael Mathe (v.li.) , Frank Holst (Aug. Prien Immobilien), Bezirksamtsleiter Andy Grote, Helmut Köhler (Köhler & von Bargen Unternehmensgruppe), Architekt Andreas Garkisch und Grünplanerin Doris Grabner Foto: Möller

Sonnin-Park und Kontor: 300 Millionen Euro für Wohnungen und Büros

Von Christa Möller
Hammerbrook
An der Sonninstraße wird heftig gebaut: Am westlichen Rand Hammerbrooks, dort, wo der Elektronik-Konzern Sharp residierte, entsteht zur Zeit der Sonnin-Park. Zusammen mit den Kosten für das angrenzende Büro-Ensemble Sonnin-Kontor werden hier 300 Millionen Euro in Hamburgs Nordosten investiert. Hammerbrook ist im Aufbruch!
Stichwort Sonnin-Park: 28.000 Quadratmeter groß ist die Fläche, auf der 18 Gebäude mit insgesamt 750 überwiegend kleineren Wohnungen entstehen, ein Drittel davon öffentlich gefördert. Ein Großteil des geförderten Wohnungsbaus wird von PICOM, Hamburg realisiert. Überwiegend sollen die zwischen 35 und 125 Quadratmeter großen Wohnungen zur Miete angeboten werden, für nicht bezuschusste Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis ab elf Euro.
Die Gebäude sind um ein Rechteck gruppiert, im Inneren liegt eine Grünfläche von 17.000 Quadratmetern. 12.000 Quadratmeter davon werden als Stadtteilpark öffentlich nutzbar sein. Entwicklung und Realisierung erfolgen in Partnerschaft durch Aug. Prien Immobilien und Köhler & von Bargen. Das Projekt mit Kindertagesstätte (100 Plätze), Vollsortimenter-Supermarkt, Drogerie und Café, nur zehn Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, sei „eine tolle Bereicherung für die Innenstadt“, ist Jan Petersen, Geschäftsführer der Aug. Prien Immobilien Gesellschaft für Projektentwicklung, überzeugt.
Er erinnert daran, dass Hammerbrook einst ein beliebtes Wohngebiet war - der gründerzeitliche Standort für die Hafenarbeiter: „Hier haben ja vor dem Krieg einmal 65.000 Menschen gelebt.“ Heute sind es etwa 2.000. „Wir kommen auf den alten gründerzeitlichen Baublock zurück“ beschreibt Michael Mathe, Leiter des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk Mitte, das Bauprojekt mit sieben bis neun Geschossen. Das Besondere: „Die Wohninfrastruktur wird parallel mitgebaut.“ Bezirksamtsleiter Andy Grote sprach vom „zentralen Schlüsselgrundstück für die gesamte Entwicklung.“ In der eigentlichen City Süd gebe es derzeit praktisch keine Wohnungen.
Das soll sich nun ändern, der Stadtteil wieder zu einem Wohnquartier werden, aber auch Gewerbe ist geplant. Mit dem Sonnin-Park will die Stadt „Standards setzen für die weitere Entwicklung in Hammerbrook.“ Dabei engagieren sich Investoren, Eigentümer, Politik und Bezirksverwaltung im engen Schulterschluss – die Beteiligten loben denn auch die gute Zusammenarbeit.
Im Juli 2014 gewann das Büro 03 Architekten in München den städtebaulichen Wettbewerb. Inhaber Andreas Garkisch erklärt, „Ziel ist es, die alten Straßenräume Hammerbrooks wieder zu schaffen und eine analoge Dichte und Komplexität zu erzeugen.“ Das allerdings nicht als Kopie gründerzeitlicher Urbanität, sondern als „eine Art Übersetzungsprozess, der den heutigen Ansprüchen an Freiraum, Schallschutz und Wohnqualität gerecht wird.“
Jedes Haus habe ein eigenes Gesicht, variable Vor- und Rücksprünge würden mit den Ein- und Durchgängen, der Vielfalt an Materialien und dem ständig wechselnden Spiel mit dem Licht und Schattenwurf ein differenziertes Relief erzeugen, erläutert der Architekt. Damit die architektonische Differenzierung gelingt, wurden noch vier weitere Architekturbüros mit der Umsetzung beauftragt. Ende 2018 / Mitte 2019 soll das Ensemble fertig gestellt sein.

Sonnenwiese und Spielfläche


Wettbewerbssieger des Freianlagen-Workshops war im März 2015 das Büro grabner + huber landschaftsarchitekten partnerschaft in Freising. Inhaberin Doris Grabner bezeichnet den Park mit Blick auf die Bürgerbeteiligung als „demokratisches Grün“. Geplant ist eine große Sonnenwiese und als Pendant dazu auf der Nordseite des Parks eine 3.000 Quadratmeter große Spielfläche „mit Ecken zum Verstecken“ für Kinder, Sitzmöglichkeiten, Grill et cetera. Der Park sei vergleichbar mit dem 1910 geplanten Wacholderpark in Fuhlsbüttel, Deutschlands erstem Spielpark.
„Trotz der umliegenden unterschiedlichen Höhensituationen der Straßen- und Freiräume wird es barrierefreie Zugänge zum „Sonnin-Park aus allen vier Himmelsrichtungen geben“, betont die Planerin. „Freiraumplanerische Schwerpunkte bilden der Zugang von der südlich gelegenen Promenade am Mittelkanal und die „grüne Passage“ als Verbindung aus den westliche gelegenen Wohngebieten.
Im Süden markieren die Kopfbauten am Mittelkanal das Entreé ins Grün.“

Platz fürs Finanzamt


Angrenzend entsteht an der Nordkanalstraße das achtgeschossige Bürogebäude-Ensemble Sonnin-Kontor mit 20.000 Quadratmetern Mietfläche. Nach Fertigstellung Mitte/Ende 2016 werden hier die Finanzämter der Bezirke Bergedorf, Wandsbek, Oberalster am Hauptbahnhof sowie das Finanzamt für Großunternehmen in der Amsinckstraße einziehen, die Stadt Hamburg hat die Fläche für 20 Jahre gemietet. Das Investitionsvolumen für SonninPark und Sonnin-Kontor liegt bei 300 Millionen Euro.
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