Aufbruchstimmung in St. Thomas

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Die Decke des Kirchenschiffs ziert das „Auge Gottes“. Es ist eine ganz seltene bildhafte Darstellung Fotos: Stefan Dombert

Die Rothenburgsorter Kirchengemeinde hat wieder eine pastorale Vollzeitstelle

Teil 2 unserer Serie „Die Kirchen in Hamburgs Osten. Heute: die St. Thomas-Kirche in Rothenburgsort
Von Stefan Dombert
Rothenburgsort Nachdem die seinerzeit wachsende Gemeinde in Rothenburgsort keine Lust mehr hatte, jeden Sonntag den weiten Weg nach Moorfleet zu machen, wurde die St. Thomas-Kirche 1885 als Tochter der St. Nikolai-Kirche fertiggestellt. Schon kurz darauf musste der Turm aus statischen Gründen verändert werden, da er einzustürzen drohte. Nach der Zerstörung 1943 wurde der heutige Bau auf den Fundamenten des zerstörten Kirchenschiffs errichtet. Besonders auffällig sind die kleinen Fenster des fast runden Zentralbaus, die den Kirchenraum von der Außenwelt abschotten.
Die Gemeinde umfasst heute etwa 1800 Mitglieder. Mit der neuen Pastorin Cornelia Blum ist wieder Kontinuität auf die Pastorenstelle gekommen, weil diese – nach Jahren des Übergangs – nun wieder eine Vollzeitstelle ist. „Die Stimmung im Stadtteil ist zwiespältig. Die Menschen wohnen schon lange hier oder kommen zurück, weil es hier wirklich schön ist. Außerhalb verdrängt man Rothenburgsort – und dass die Menschen hier unglaublich viel geben, sieht keiner. Das frustet und spornt gleichzeitig an – so ist die Stimmung hier“, so Pastorin Blum.

Kleine Aktionen

Mit kleinen und feinen Aktionen macht sie die Gemeinde darauf aufmerksam, dass es die Kirche gibt – und dass man sie in Anspruch nehmen kann. Die Poller auf dem Gehweg sorgen dafür, dass keine Lastwagen mehr die Kirche zuparken. Jeden Freitag spielt ein Bläser auf dem Turm, der seine Musik in alle Himmelsrichtungen erschallen lässt. Auch so kann Rothenburgsort die Aufbruchstimmung erleben.

Vernetzung ist das Hauptanliegen

Für Pastorin Blum ist die Vernetzung mit Organisationen und Institutionen das A und O der Gemeindearbeit. Durch gute Kontakte Gespräche mit der Rothenburg, den Schulen, Gedenkstätten und anderen Einrichtungen will sie das neue Wir-Gefühl fördern. „Wir müssen an die Geschichte erinnern, aber auch nach vorne schauen – und vor allem das Leben feiern“, so Cornelia Blum. So hat sie angeregt, die verschiedenen Stadtteil-Feste zusammenzuführen, die am Marktplatz gemeinsam ausgerichtet werden sollen.

Kirche als Stimme im Stadtteil etablieren

„Man weiß hier zu wenig voneinander. Ich möchte die Kirche als guten Ort und wichtige Stimme im Stadtteil etablieren“, so die Pastorin weiter. Ein neues Projekt ist der Freiluft-Gottesdienst auf Kaltehofe, der am Himmelfahrtstag 2015 mit der Nachbargemeinde Moorfleet geplant ist.
Auch über Rothenburgsort hinaus vernetzt sie sich: Die Veddel wird demnächst von ihr pastoral mitversorgt. da dieser Stadtteil in Zukunft einen diakonischen Schwerpunkt und seit Januar eine Vollzeit-Diakonin hat.
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