Ausgezeichnete Berufsorientierung

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Berufsschullehrer Onno Gehrkens (v.l.), Schüler Charmaine Prause und Metehan Fidan, Olaf Neuman, Kristof Dittrich, Per Lorenz Zentrum Schule & Wirtschaft bei der Siegelverleihung Foto: Möller
 
Olaf Neumann ist stellvertretender Schulleiter und Koordinator für die Berufs-orientierung Foto: Möller

Brüder-Grimm Schule: Mit individueller Potenzial-Analyse zum Ausbildungsplatz. Konzept ist erfolgreich

Von Christa Möller
Horn/Billstedt
Viele junge Hamburger sind sich bezüglich ihrer beruflichen Zukunft im Unklaren oder haben Vorstellungen, die sich nicht immer mit ihren Voraussetzungen vereinbaren lassen. „KFZ-Mechatroniker mit 1. allgemeinbildendem Schulabschluss, vormals Hauptschulabschluss, – das gibt es nicht mehr“, nennt Olaf Neumann ein Beispiel.
Der stellvertretende Schulleiter der Brüder-Grimm-Stadtteilschule am Querkamp in Horn weiß, dass auch Berufswünsche wie Drogeriefachverkäuferin, Immobilienkaufmann oder Notar oftmals nicht mit den persönlichen Voraussetzungen der Schüler harmonieren. Das Konzept der Schule mit 450 Siebt- bis Zehntklässlern aus Horn und Billstedt (weitere 450 Schüler besuchen am Standort Steinadlerweg die Jahrgänge 1 bis 6) ist darauf ausgerichtet, dass die Schüler generell bis zum Ende des 10. Jahrganges die Schule besuchen, wie der Koordinator für die Berufsorientierung erläutert – unabhängig davon, ob sie den 1. allgemeinbildenden Schulabschluss oder den mittleren Schulabschluss (vormals Realschulabschluss) erreichen. Ewa 40 Nationalitäten sind an der Schule vertreten.

Individuelle Beratung


Erstmals werden die Schüler in den 8. Klassen mit dem Thema Berufswahl vertraut gemacht, es wird eine Potenzial-Analyse erstellt, und im so genannten Werkstattunterricht bekommen sie schon mal einen Einblick in die Arbeitswelt: In den Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt lernen sie Berufsbereiche wie Informatik, Einzelhandel, Metall kennen. Im Jahrgang 9 setzt dann die individuelle Beratung ein, dann befassen sie sich nicht zuletzt im Hinblick auf ihre Noten mit der Frage, was liegt mir, was liegt mir nicht? Außerdem stehen dann zwei jeweils dreiwöchige Praktika an. In Zusammenarbeit mit Berufsschullehrern der Gewerbeschule G19 sowie einem Team weiterer professioneller Berater werden die Schüler bei der Erstellung ihres individuellen Berufswegeplanes unterstützt. Neumann hat das Konzept der Berufsorientierung in den vergangenen viereinhalb Jahren mit Sozialpädagogin Susanne Köpke aufgebaut und weiter entwickelt. Wie in allen Stadtteilschulen sind an seiner Schule Berufsberater der Beruflichen Schulen im Einsatz, aber zusätzlich „leisten wir uns mit Frau -Köpke eine ganze Sozialpädagogin, die im Bereich Berufsberatung tätig ist, und eine halbe Honorarstelle bekommen wir durch die Putz-Stiftung“, sagt Olaf Neumann. Und es gibt Kooperationen mit verschiedenen Firmen, mit deren Vertretern die Schüler fiktive Bewerbungsgespräche führen, die anschließend analysiert werden.
Ziel der Brüder-Grimm-Schule ist, „dass am Ende von Klasse 10 alle Schüler wissen, was sie wollen“, sagt Olaf Neumann. Schulleiter Kristof Dittrich: „Wir haben exzellente Übergangszahlen, wir sind nach dieser relativ kurzen Zeit sehr zufrieden.“ Im vergangenen Jahre wurde die Brüder-Grimm-Schule als einzige Schule im Hamburger Osten als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung ausgezeichnet“. Das Qualitätssiegel vom Zentrum Schule und Wirtschaft gilt für drei Jahre.

Konzept weiter optimieren


Wer nicht zu den fast 30 Prozent der Brüder-Grimm-Schüler zählt, die den direkten Sprung von der Schulbank in die Berufsausbildung schaffen, kann zwecks Ausbildungsvorbereitung die Beruflichen Kooperationsschule G19 der Brüder-Grimm-Schule besuchen, was 35 Prozent der Zehntklässler favorisieren. Den Weg zum Abitur wählt knapp ein Viertel der Brüder-Grimm-Schüler nach der 10. Klasse, die Schule hat eine gemeinsame gymnasiale Oberstufe mit der Stadtteilschule Horn. In Zukunft sollen die jungen Horner und Billstedter noch zielgerichteter beraten werden.Olaf Neumann: „Und wir müssen unsere Schüler davon überzeugen, auch ins Handwerk zu gehen.“
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