Balkone mit Pfiff

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Blick vom Rückertskanal auf die Hansaterrassen Foto: sdo

Hamms neue „Hansaterrassen“ von QR-Code inspiriert

Von Stefan Dombert
Hamm
Im Osterbrookviertel, am Ende der Wendenstraße, wo sich der Rückers- und der Mittelkanal treffen, liegt ein besonders auffälliges neues Wohngebäude: Die Hansaterrassen sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack mit den auffälligen Ornament-Balkonen. Aber die Brüstungen haben auf jeden Fall einen ungewöhnlichen Hintergrund: Ihre Muster sind aus sogenannten QR-Codes entstanden.

Stromaufwärts tut sich etwas


Die Hansaterrassen sind ein Beispiel, wie die Entwicklungsstrategie „Stromaufwärts an Bille und Elbe“ des Hamburger Senats für den Osten der Stadt aussehen kann (das Wochenblatt berichtete). Das Projekt Hansaterrassen umfasst 102 Eigentumswohnungen, verteilt auf fünf Häuser. Ein weiteres Haus mit 29 Mietwohnungen ergänzt das Ensemble, das zwischen Bootsstegen und Gewerbelofts, Lagerhallen und Rotklinker neben der denkmalgeschützten Hansaburg liegt.
Die weißen Häuser mit den Mosaikfliesen sind markant. „Wir haben uns bewusst gegen einen Neubau mit Rotklinker entschieden. Wir wollten einen Generator für das ganze Quartier errichten“, so Volker Halbach, Geschäftsführer der „blauraum architekten“-Planungsgesellschaft mbH. Deshalb setzte man auf eine helle und freundliche Anmutung in Weiß und Gold. Zwischen den Fenstern der Hansaterrassen hat das Architekturbüro Glasmosaike verbaut, deren Oberflächen im Licht changieren. Das Mosaik erinnerte die Architekten an Pixel, und der Schritt zum QR-Code war nicht mehr weit: Es war die Idee für die Balkonbrüstungen und die Horizontalbänder, die auf Höhe jedes Fensters das Haus umlaufen, geboren.

Die Adresse lässt sich am Balkon „sehen“


„Wir haben aus der Adresse der Anlage – Wendenstraße 493-499 – einen QR-Code generiert und aus diesem das Design-Muster für Balkone und Bänder abgeleitet“, erläutert Volker Halbach. Aufgrund der Größe der Brüstungen funktioniert der goldene Balkon-QR-Code nur noch an einer Wohnung. „Ich habe aber vergessen, an welcher das ist“, sagt Halbach verschmitzt, wohl um Neugierige mit Smartphones davon abzuhalten, den Eigentümer des Balkons mit QR-Code-Leseversuchen zu erfreuen.
Der Entwurf des Architekturbüros sichert den meisten Bewohnern einen Ausblick auf die Kanäle. Zwischen den Häusern verlaufen Grünanlagen, die terrassenförmig zu den Ufern führen. Insgesamt kostet das Bauprojekt rund 31 Millionen Euro.
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