Barrierefreiheit reicht nicht

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Susanne Buhl (Verkehrsausschuss in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte) und Mathias Eichhorn (zugewählter Bürger in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte) wünschen sich, dass nicht nur die Haltestelle selbst, sondern auch das Umfeld der U-Bahn-Haltestelle Burgstraße behindertengerecht ist. Foto: Röhe

Ein behindertengerechtes Umfeld sollte geschaffen werden

Von Matthias Röhe
Hamm. In der Straße Beltgens Garten besteht Hamburgs einziges Jobcenter speziell für schwerbehinderte Menschen. Es liegt zentral nur wenige Meter von der U-Bahn-Haltestelle Burgstraße entfernt. Allerdings nützt auch der kürzeste Weg zur nächsten Haltestelle für Busse oder U-Bahnen nichts, wenn er nicht behindertengerecht ist. „Wir wünschen uns eine leichte und übersichtliche Beschilderung, einen Aufzug und vor allem auch ein behindertengerechtes Umfeld“, sagt Mathias Eichhorn, zugewählter Bürger in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Zurzeit ist weder die U-Bahnstation Burgstraße selbst, noch der Weg von der U-Bahnstation zum „Jobcenter für schwerbehinderte Menschen“ völlig barrierefrei. Die Hamburger Hochbahn hat zugesichert, bis 2015 alle U-Bahnstationen mit Fahrstühlen auszustatten (das WochenBlatt berichtete). Die Haltestelle Burgstraße soll nach Plänen der Hochbahn bereits im kommenden Jahr barrierefrei sein.
„Dies begrüßen wir sehr. Wir wünschen uns jedoch, dass diese besondere U-Bahnstation bereits früher umgebaut wird“, empfindet Susanne Buhl, Vorsitzende im Verkehrsausschuss in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und fügt hinzu: „Barrierefreiheit bedeutet indes nicht nur das Fehlen von Hindernissen für gehbehinderte Menschen, unterstützt durch Rolltreppen, Fahrstühle, abgesenkte Bordsteinkanten oder längere Grünphasen an Fußgängerampeln.
„Es sind beispielsweise auch sehbehinderte Menschen auf Hilfen angewiesen.“ Für die engagierte Hammerin Susanne Buhl ist daher denkbar, dass Bodenmarkierungen installiert werden, die von der Bahnsteigkante der U-Bahnstation bis zum Standort des Jobcenters führen.
Zudem sollten die vorhandenen Unterführungen so hell wie möglich gestaltet werden, um Menschen mit psychischen Erkrankungen den Weg in das Jobcenter zu erleichtern. „Wir hoffen, dass sich Jobcenter, Bezirksamt und Hochbahn an einen Tisch setzen und einen konstruktiven Vorschlag verwirklichen. Wir möchten, dass hilfebedürftige schwerbehinderte Menschen, die aus ganz Hamburg in den Beltgens Garten kommen, das Jobcenter möglichst bequem und unbeschadet erreichen“, sagt Mathias Eichhorn.Die Hamburger Hochbahn AG teilt allgemein mit, dass sie für die Haltestellen verantwortlich ist. Auf diesen werden im Zuge des Ausbaus drei Kernelemente der Barrierefreiheit umgesetzt: Bahnsteigerhöhung (zum niveaugleichen Einstieg von Bahnsteig zu U-Bahn), Aufzüge (zum Barrierefreien Erreichen der Bahnsteige) und Orientierungssysteme (Blindenleitstreifen).
Was für konkrete Maßnahmen in der Burgstraße getroffen werden und wann genau im Jahr 2014 die Haltestelle barrierefrei sein wird, gab Sprecherin Maja Weihgold nicht bekannt. Im Bezirksamt Mitte werden die Vorschläge zur Kenntnis genommen. (mr)
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