Billstedt: Straße mit Gegensätzen

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Die Kandinskyallee an der Haltestelle Mümmelmannsberg Foto: fbt
 
Verwaiste Gegend, leere Geschäfte rund um die Kandinskyallee Foto: fbt

Je weiter die U-Bahn weg ist, um so mühsamer scheint das Geschäft auf der Kandinskyallee zu sein

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Das kleine Viertel zwischen der Feiningerstraße und der Kandinskyallee scheint eines der gegensätzlichsten in ganz Billstedt zu sein. Zwar findet sich in den Geschäften so ziemlich alles, was man täglich braucht, aber es gibt auch unzählige Leerstände und wenig appetitlich aussehende Ecken. Wer an der Feininger Straße aus dem Bus aussteigt, findet gleich um die Ecke eine ganze Zeile mit Geschäften. In der Drogerie ist die Schließung angekündigt: „Da kommt was anderes rein“, sagt der Mann an der Kasse. Es ist eine Zeile der billigen Läden: der Kleiderdiscount neben dem Lebensmittelmarkt, eine Bäckereifiliale vor dem Wettbüro, im Friseurladen haben sie zu tun, bei den anderen Läden sieht es nicht immer so aus. „Bin seit Tagen im Minus“, kalauert ein Papierkorbspruch, an der Treppe zur Oskar-Schlemmer-Straße bietet ein Blumenwagen seine ersten Tulpen feil, Tankstelle und großer Frischemarkt komplettieren die Szenerie. Freitags und sonnabends herrschen hier oben nicht allzu viele Unterschiede. Wer die Stufen zur kleinen Fußgängerzone an der Oskar-Schlemmer-Straße hinaufgeht und einen Laden aufmachen will, kann sich die Flächen aussuchen: Der Schulshop ist zu, Anwalt und Computerfachgeschäft sind umgezogen, der Schlüsselmann arbeitet nur noch mobil. Ein Friseur bietet seine Dienste an, eine Spielhalle gibt es auch. Bäcker und Kneipen funktionieren hier, abseits des Verkehrs, offensichtlich nicht. Auf der anderen Straßenseite der Kandinskyallee wandelt sich das Bild. Die kleine Marktfläche wurde zwar am vergangenen Sonnabend nur von zwei Wagen mit Gemüse und Fleisch „bespielt“, weiter Richtung U-Bahn wird es etwas lebhafter. In kioskartigen Häusern gruppieren sich Sparkasse, Cafés, Lottoladen, dann kommt ein Lebensmittelmarkt der hochwertigen Klasse, das Ärztehaus schließt sich an. Über die nächste Seitenstraße ein weiteres Zentrum mit großem Parkplatz: Drogeriemarkt, Billigshop, Lebensmitteldiscounter. Ein namenloser Markt ist leer. Zum Steinbeker Grenzdamm hin folgen die nächsten beiden Discounter und das Blockheizkraftwerk des Viertels, dann ist die Einkaufswelt bald zu Ende. Wie geht es weiter? Immerhin sagen langjährige Billstedter, dass es vor zehn Jahren in Mümmelmannsberg noch ganz anders ausgesehen habe. Yara Delissen von Edeka Nord erklärt, der Standort Mümmelmannsberg sei „erst kürzlich an uns herangetragen worden und wird derzeit geprüft. Eine finale Aussage können wir nicht geben.“ Computerfachfrau Valentina Valitskaya, die in die modernisierten Gebäude an der Feiningerstraße gezogen ist, ist sehr zufrieden: Es sei „alles modernisiert“, es gebe noch weitere Geschäfte, die noch frei seien. Wolfdietrich Thürnagel (Piraten) weiß zu berichten, die Leerstände an der Feiningerstraße hätten in Bezug auf das Gebäude neben der Tankstelle durchaus eine Bedeutung: Es werde abgerissen, im Hochparterre ein Lebensmittelmarkt angesiedelt und darüber die Büros der SAGA angeordnet. Nach seinen Informationen soll in zwei Jahren auch der Komplex U-Bahn-Haltestelle/Busstation umgebaut werden, man müsse sich nur noch einigen. Bei der Saga heißt es, das Gebäude Harvighorster Redder 59 sei verkauft worden, ob die Saga in einen dort entstehenden Neubau einziehen werde, stehe nicht endgültig fest, sagt Sprecherin Kerstin Matzen.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 10.02.2016 | 22:22  
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