Billstedter Bilanz

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Gruppenfoto (v.l.): Andreas Sonnek, Horst Burmeister, Andy Grote, Ernst Bartlt und Polizeioberrat Jan Fedkenhauer Foto: cy

Grote sieht Potenzial. Grundeigentümerverein kritisiert Marek Ehrhardts Buch

Billstedt Auf der Versammlung des Grundeigentümervereins hielt Bezirksamtsleiter Andy Grote einen umfangreichen Vortrag über den Stadtteil Billstedt. Dabei berichtete er über das große Hamburg-Projekt Stromaufwärts an Elbe und Bille. „Dieses Programm des Senats ist eine wichtige Zukunftsaussage. Der Osten Hamburgs hat viel Zukunftspotenzial für Hamburg, das wird damit manifestiert“, sagte Grote.
Die für die nächsten 20 Jahre angelegte Strategie nimmt dabei zur Kenntnis, dass das Zentrum von Billstedt noch nicht das gewünschte Aussehen besitzt. Auch der Auszug von Karstadt und die Zukunft des Billstedt Centers wurde von ihm thematisiert. Als erfreuliche Institution begrüßte Grote das MINTarium in Mümmelmannsberg, dessen innovatives Konzept helfen werde, das Image des Stadtteils aufzubessern. In der anschließenden Fragerunde gingen viele Mitglieder des Grundeigentümervereins auf die Flüchtlingsunterkünfte ein. Hier fühlt man sich in Billstedt überbelastet. Ein Eindruck, den der Bezirksamtsleiter bestätigen konnte. „Das ist richtig, aber mittlerweile holen die anderen Stadtteile auf, so dass es eine höhere Gerechtigkeit in diesem Punkt geben wird.“ In ganz Hamburg werden bis Ende diesen Jahres weitere 10.000 Flüchtlinge erwartet. Billstedt werden 1.500 davon zugewiesen bekommen.

„Gartenstadt Billstedt“?


Eine Besucherin beschwerte sich darüber, dass in Billstedt zu viele Bäume und Sträuche entfernt werden würden, was aber offensichtlich eine subjektive Wahrnehmung zu sein scheint. Laut offizieller Statistiken ist dies nicht der Fall. Lediglich die Polizei lässt hin und wieder große Sträucher entfernen, da diese als Unterschlupf von verdächtigen Personen missbraucht würden. Als positiven Vorschlag eines Eigentümers nahm Grote den Vorschlag mit, dem Stadtteil einen Namenszusatz zu verleihen und in „Gartenstadt Billstedt“ umzubenennen.
Jan Fedkenhauer vom Polizeikommissariat 42 berichtete insgesamt von einem leichten Rückgang an Straftaten. Gleichzeitig wurde ein starker Anstieg an Diebstählen an und aus Fahrzeugen registriert. Es handelte sich um knapp 500 Fälle (38 Prozent mehr als in 2013). Fedkenhauer informierte über allgemeine und spezielle Maßnahmen der Polizei und hatte für alle Grundstückseigentümer den guten Tipp parat, auf privaten Grundstücken Videokameras aufzustellen. „Dies hilft der Polizei bei der Aufklärung“, sagte er. Allerdings müsse man aufpassen, dass man keine öffentlichen Plätze filme. Ausgiebig wurde auch über die teils schwierigen Parksituationen in diversen Straßen diskutiert. Eine schnelle Lösung konnte in diesem Punkt aber niemand anbieten.

Lästerei über Stadtteil


Einig waren sich alle, dass der Hamburger Schauspieler Marek Erhardt sich mit seinem jüngst erschienen Buch keine Freunde in Billstedt gemacht hat. Seine „Lästerei“ und allgemeine Kritik am Stadtteil konnte nicht nachvollzogen werden. „Wir bemühen uns seit Jahren das Image hier aufzuwerten und dann kommt so etwas. Das wirft uns wieder ein Stück zurück“, empörte sich ein Besucher. (cy)
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