Billstedts Geschichte zu Fuß

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Schiffbeks bedeutendster historischer Ort: der Spökelberg. Ralph Ziegenbalg (44), der Leiter der Geschichtswerkstatt, hat viele Informationen zusammengetragen Foto: Jenssen
 
Der Geschichtsstein am Schleemer Bach/Ecke Möllner Landstraße erinnert an die Stromversorgung, die 1903 in Schiffbek Einzug hielt Foto: Je

Der Geschichtspfad verbindet zwölf Orte mit Bedeutung

Billstedt. Billstedt lädt ein zur Wanderung auf dem Geschichtspfad „Rundweg Schiffbek“. Die Geschichte des Stadtteils liegt einem dabei zu Füßen. Es ist ein schöner Vorschlag für einen Herbstspaziergang, bei dem man gleichzeitig etwas für seine Bildung tun kann Eingerichtet wurde der Geschichtspfad von der Geschichtswerkstatt Billstedt anlässlich der Feier zum 800. Geburtstag von Schiffbek. Er verbindet zwölf Orte mit historischer Bedeutung. An jedem dieser Orte wurde eine Geschichtstafel in den Boden eingelassen, auf der über die historische Bedeutung des Platzes berichtet wird. Wer die Geschichte von Billstedt/Schiffbek genau erkunden will, sollte sich zwei bis drei Stunden Zeit nehmen und ein Smartphone dabei haben. Dann wird das Ganze zu einem einzigartigen Spaß-Spaziergang.

Zwölf Tafeln von Dänenzeiten bis zur Fabriklandschaft. Infos auch für Smartphones

Fortsetzung von Seite 1. Billstedt. Wer sich umfangreicher über die Stadtgeschichte informieren will, als es die kurzen Sätze auf den Tafeln hergeben, kann mit seinem Smartphone deutlich mehr erfahren. Jede Platte ist mit einem sogenannten QR-Code ausgestattet, der mit der Website der Geschichtswerkstatt Billstedt verlinkt ist. Dadurch können mit dem Smartphone umfangreiche Informationen aus dem Internet abgerufen werden.
„Die Tafeln machen lokale Geschichte am Ort des Geschehens hautnah erlebbar und öffnen den Blick für Vieles, was nicht sofort im Stadtbild erkennbar ist. Sie regen dazu an, sich mit der Vergangenheit des eigenen Stadtteils auseinander zu setzen, auch um die Gegenwart besser zu verstehen“, sagte Bezirksamtsleiter Andy Grote zur Eröffnung des Geschichtspfades.

Zwölf Stationen

Wer den Geschichtspfad mit seinen zwölf Stationen korrekt ablaufen will, beginnt an der Archenholzstraße, wo einst der Luisenhof stand, dem Alterssitz des Schriftstellers und Verlegers Johann Wilhelm von Altenholz. Er informierte Deutschland über die Geschehnisse der französischen Revolution. Heutzutage ist alleine das parkartige Gutsgelände mit dem alten Baumbestand erhalten.
Der Weg führt weiter zur Kreuzung Möllner Straße/ Kapellenstraße. Dort erinnern Tafeln an die frühere Strom-,Gas und Wasserversorgung sowie an die Mühlen, die sich am Schleemer Bach befanden. Die Tafeln an der Bille, jenseits der Bergedorfer Straße, erinnern an die ehemals herrschaftlichen Sommerhäusern der reichen Hamburger. Als die Kaufleute später die Elbchaussee entdeckten, wandelte sich das Gebiet in eine Fabriklandschaft.
Das Zentrum Schiffbeks befand sich an der heutigen Kreuzung Billstedter Hauptstraße/Schiffbeker Weg. Das Dorf Schiffbek wurde vermutlich nach der bis hierhin schiffbaren Bille benannt.
Weitere Tafeln in diesem Bereich erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und an die Entwicklung des Billstedt Zentrums. An der Billstedter Hauptstraße erinnern die Tafeln an den kommunistischen Aufstand 1923 und an das Schiffbeker Arbeiterquartier.

Spökelburg

Der geschichtsträchtigste Ort Schiffbeks liegt ebenfalls an der Billstedter Hauptstraße, am Spökelbarg. Dort stand einst die Spökelburg, die bei den Ausein-
andersetzungen zwischen den Dänen und Schauenburgern eine Rolle spielte. 1225 wurde sie von Hamburger Truppen geschleift. Im Jahre 1865 errichtete der Unternehmer L.G.C. Ullner auf dem Spökelbarg eine Villa, die ihn noch heute „krönt“
Die Texte für den Geschichtspfad stellte Ralph Ziegenbalg (44) zusammen.
Der Leiter der Billstedter Geschichtswerkstatt opferte dafür einen großen Teil seiner Freizeit. Von April 2011 bis Februar 2013 saß er jede Woche einen Tag an dieser umfangreichen Arbeit. Umso ärgerlicher, dass bereits jetzt Vandalen zwei der Tafeln zerstört haben. Die Tafeln sollen in Kürze erneuert werden. (Je)

Im Internet kann man sich unter http://billstedt-horn.hamburg.de/rundwegschiffbek/ über den geschichtsträchtigen Spaziergang
informieren.
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