Blinden- und Sehbehindertenverein informiert

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Seniorenberaterin Franziska Diesmann informiert Betroffene im BSVH ausführlich zum Thema Sehverlust Foto: BSVH

Der Hamburger Verein hat jetzt eine neue Telefonsprechstunde für Angehörige im Angebot

Hamburg Wenn ein Mensch erblindet oder unter einer Sehbehinderung leidet, stellt das auch das Leben der Angehörigen gewaltig auf den Kopf. Ehe- oder Lebenspartner, Eltern, Kinder oder Geschwister sind oft überfordert und wissen nicht mit der Situation umzugehen. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) hat daher ein neues Beratungsangebot ins Leben gerufen und bietet ab sofort an jedem Mittwoch eine Telefonsprechstunde für Angehörige von blinden und sehbehinderten Menschen an. Die Beraterinnen geben Infos zum Thema Sehverlust und beantworten Fragen zur veränderten Lebenssituation. Sozialberaterin Annette Schacht weiß: „Angehörige nehmen häufig mit uns Kontakt auf, wenn sie mit der Situation überfordert sind. Wir helfen ihnen mit der neuen Rolle im Alltag besser zurechtzukommen.“ Auch wer Fragen zu praktischen Hilfsmitteln wie Lupen oder Farberkennungsgeräten hat, die das Leben erleichtern, kann sich an den BSVH wenden. Ebenso können sich betroffene Menschen auch in emotionaler Hinsicht mit Beraterinnen austauschen: Am Holsteinischen Kamp 26 stehen jeden ersten und dritten Dienstag im Monat nach Terminvereinbarung kompetente Ansprechpartner wie Diplom-Psychologin Christiane Rupp bereit. „Wir haben in der Beratung festgestellt, dass Betroffene häufig Schwierigkeiten haben, Ihren Angehörigen zu vermitteln, wie es Ihnen geht. Häufig gehen sie bis an ihre Grenzen, was besonders für ältere Menschen, die selbst nicht mehr so fit sind, zu einem Balanceakt werden kann“, erklärt die 55-Jährige. Sie hat selbst eine zunehmende Verschlechterung der Sehkraft und kennt die Schwierigkeiten genau. „Ich kann dadurch vieles auf der Gefühlsebene nachempfinden und das macht es den Menschen in meiner Beratung leichter.“ Häufig würden Angehörige ihre Ängste und Sorgen allein mit sich ausmachen, weiß Rupp. Umso wichtiger sei es, dass alle Beteiligten miteinander sprechen, um einer Überforderung im Alltag entgegenzuwirken. Das gelte auch für Kinder, die laut Rupp zwar im Vergleich zu Erwachsenen deutlich flexibler sind um sich an neue Situationen anzupassen. Jedoch müsse man auch Kinder darin bestärken über ihre Sorgen und Nöte im Umgang mit der neuen Situation zu sprechen. Insgesamt sei Bedarf hinsichtlich Angehörigen-Beratung also durchaus da. „Nun sind wir gespannt wie es sich entwickeln wird“, so Rupp. (sos)

Telefonsprechstunde für Angehörige: Jeden Mittwoch von 11 – 13 Uhr unter 040 20940426 sowie Anmeldung zur psychologischen Beratung und weitere Infos unter Telefon 040 2094040. E-Mail: info@bsvh.org. Weitere Infos: Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH)
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