Brücke in Billstedt wird saniert

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Der Blick vom U-Bahnhof auf die Brücke zeigt: Wird sie angefasst, ist sofort der U-Bahnverkehr betroffen Foto: fbt
Hamburg: Schiffbeker Weg |

Überquerung über den Schiffbeker Weg soll bis 2023 in Stand gesetzt werden. Verkehr nur wenig gestört

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Die Brücke über den Schiffbeker Weg wird nicht abgerissen. Das wurde letzten Dienstag im Regionalausschuss Billstedt bekannt. Allerdings müssen die Schäden an dem Bauwerk aus den sechziger Jahren behoben werden – das soll in zwei Schritten passieren. Ein Grund für dieses Verfahren sind die 14 Gleise der Hamburger Hochbahn, die unter der Brücke hindurchführen. Das „Bauwerk 593“, wie die Brücke auch heißt, stammt aus dem Jahr 1966. Matthias Gebauer von einem Ingenieurbüro erläuterte, nach Süden führten fünf, nach Norden sechs Fahrspuren über die Brücke. Das Bauwerk ist 70 Meter lang, besteht aus zwei Feldern, ist in Spannbeton ausgeführt und wurde in den Jahren 2015/16 ausgiebig geprüft. Festgestellt wurde, dass eins von neun Rollenlagern gerissen, die Busabbiegespur beschädigt, der Geh- und Radwegbelag rissig, ein wasserdichter Fahrbahnübergang defekt, Naturstein unweit der Brückenlager verformt und Pflastersteine in den Böschungen eingesackt sind. Hinzu kommen Risse und Rost in der Entwässerungsleitung. Thomas Hansen vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sagte, alle Brücken aus Spannbeton würden nachgerechnet, ihre Beanspruchung habe deutlich zugenommen. Die Schiffbeker Brücke sei grundsätzlich erhaltungswürdig und ihre Sanierung der wirtschaftlich beste Weg. Die Brücke über die U-Bahn am Öjendorfer Weg habe neu gebaut werden müssen, weil die Schäden am Vorgängerbau deutlich größer gewesen seien.

Mehrjährige Sanierung

Die Arbeiten am Schiffbeker Weg sollen in zwei Phasen ablaufen. Die Oberseite und das Widerlager werden laut Hansen nächstes Jahr repariert. Die Unterseite der Brücke folgt 2023, weil dann ohnehin eine Sperrung der Hochbahnstrecke anstehe. Beide Experten betonten, es sei beabsichtigt, den Verkehr so gut wie möglich weiter fließen zu lassen – so soll in den Sommerferien gearbeitet werden. Im Gespräch mit den Mitgliedern des Regionalausschusses wurde schnell klar, dass Details erst noch entwickelt werden müssen. So gebe es noch keine belastbaren Zahlen über die Kosten, hieß es. Man wisse auch nicht, welche Schäden es an der sogenannten Kappe unter der Fahrbahn, dem Fuß- und Radweg gebe. Spektakulär werden die Arbeiten aber durchaus: Zum Austausch der Lager muss eine Brückenseite angehoben werden. Die Komplettsperrung ist für die Instandsetzung nicht erforderlich, höchstens für das Anheben – das soll nachts oder am Wochenende passieren.
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