„Das ist eine Herausforderung“

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Der Billstedter Markt soll aufgewertet werden Foto: Timm

Gründung der Billstedter IG für Gewerbetreibende

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Was macht ein studierter Stadtplaner in Billstedt? Er bringt Gewerbetreibende an einen Tisch, damit sie ihre Interessen wirksamer vertreten können. Die ersten Ideen wurden bereits umgesetzt. Dass Johannes Robert im Billstedter Stadtteilbüro am Öjendorfer Weg sitzt, kommt nur einmal die Woche vor – dann ist Sprechstunde (mittwochs 14 bis 16 Uhr, keine Kosten). Gewerbetreibende aus Billstedt und Horn können hier Platz nehmen, sich Tipps und Ratschläge holen. Robert ist einer der Projektkoordinatoren des Büros für Lokale Wirtschaft (LoWi), es soll um regionale Qualifizierung für Inhaber und Beschäftigte kleiner und mittlerer Unternehmen gehen – mit Fördermitteln von EU und Stadt Hamburg. Das klingt ziemlich trocken? Nur im ersten Augenblick. Robert arbeitet mit Geschäftsleuten zusammen, gerade wurde die Billstedter Interessengemeinschaft für Gewerbetreibende gegründet – mit Unterstützung von Johannes Robert. Er berichtet, in der ersten Informationsveranstaltung seien 30 Teilnehmer gewesen, ein Kernteam habe sich gebildet, weitere wollten mitmachen. Ende Mai treffe man sich wieder, im Juni dann erneut öffentlich. Johannes Robert ist das, was man einen Netzwerker nennt. Er geht in die Geschäfte und Betriebe, auf Stadtteilfeste, Gremiensitzungen. Was sind, aus seiner Sicht, aktuelle Themen im Stadtteil? Der Zuschnitt sei sehr groß, antwortet der gelernte Stadtplaner, und: „Lokale Identitäten sind mannigfaltig vorhanden. Diese zu erkennen und in die Unterstützung von Betrieben und die Stadtteilentwicklung einfließen zu lassen ist die Herausforderung.“ Er habe die klassischen Alltagsthemen auf dem Tisch: Gibt es genug Parkplätze, auch für kurzes Anhalten? Robert befasst sich mit der Frage, ob der Billstedter Marktplatz nicht durch eine bessere Beleuchtung aufzuwerten wäre, gerade zu hohen Festen der verschiedenen Kulturen. Das kommende Sanierungsgebiet, die Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und das große Projekt „Stromaufwärts an Elbe und Bille“, mit dem die Stadt den Hamburger Osten stark aufwerten will, betreffen auch seine Arbeit. Was Robert tut, stößt auch an Grenzen: Angesprochen auf einen seit Jahren leerstehender Laden in der Nähe eines U-Bahnhofs macht Johannes Robert darauf aufmerksam, dass er „begrenzte Möglichkeiten des Zugriffs habe“. Sein Büro fördere individuell, „wenn wir Zugang kriegen“, und das geschehe in der Regel kostenfrei. Derzeit sind die Fördermittel für das LoWi-Büro, das zum Verein Beschäftigung und Bildung gehört, bis zum Jahresende bewilligt, neue Anträge werden gestellt. Noch in diesem Jahr kommt die Kollegin aus der Elternzeit zurück. Das Büro ist neben anderen Stadtteilen auch in Wilhelmsburg aktiv – dort, berichtet Robert, gibt es laut Robert schon lange die ersten guten Erfahrungen.

Weitere Infos: lokale-wirtschaft.de
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