Dental-Team zurück aus Ecuador

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Hammer Zahnarzt behandelte vier Wochen lang unentgeltlich Patienten – 2016 geht es weiter

Von Michael Hertel
Hamm
Auf die heiße Dusche freuten sich Dr. Dr. Jürgen Herget und Zahnarzthelferin Christina Frye (35) aus der Praxis „Zahnärzte am Hammer Park“ bei ihrer Rückkehr nach Hamburg am meisten. „Es hat dort zwar ständig geregnet, aber die Wasserleitungen waren häufig verschlammt“, berichtet Christina Frye.
Nur ein Erlebnis von vielen während des Arbeitsaufenthaltes des Hammer Dental-Teams im südamerikanischen Ecuador (das Wochenblatt berichtete). Im Auftrag der Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ behandelten sie vier Wochen lang unentgeltlich Patienten in der 800 Meter hoch zwischen Anden und Regenwald gelegenen Missionsstation „Nuestra Senora de Guadalupe“. Nur zwei Straßen verbanden die Klinik mit der Außenwelt. Eine davon war meistens wegen Erdrutschen unpassierbar. Dann ergossen sich Wasserfälle über der Piste, Geröll und hüfthoher Schlamm machten die Weiterfahrt unmöglich, erinnerte das Duo an die hindernisreiche Rückkehr von einem Wochenendausflug. „Erst am nächsten Tag kamen wir weiter“, berichtete Frye. „Das war aber halb so schlimm, weil auch die Patienten von dem Erdrutsch betroffen waren.“ Kinder, Erwachsene und alte Menschen nahmen teils stundenlange Anfahrtswege in Kauf, um sich von dem eingeflogenen Team – neben den beiden Hamburgern noch zwei weitere deutsche Zahntechniker sowie eine Allgemeinmedizinerin aus den USA – behandeln zu lassen. Für die Patienten lautete wochentags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 18 Uhr immer wieder die Anweisung „Abre la boca, por favor!“ („Bitte den Mund öffnen!“). „Die Leitung achtete streng darauf, dass wir nicht durcharbeiteten“, so Frye.

Dank Spenden gut ausgestattet


„Wir aßen dann gemeinsam mit Stationschef Pater Jorge und den Missionsschwestern. Es schmeckte immer hervorragend“, erinnert sich Frye. „Die Ausstattung der Klinik war überraschend gut“, berichtet Zahnarzt Herget. „Außerdem war alles benötigte Material vorhanden, meist gespendet von renommierten deutschen Dentalindustrieunternehmen.“ Die überwiegend arme einheimische Bevölkerung nahm die Hilfe dankbar an, wartete oft stundenlang darauf, an die Reihe zu kommen und behandelt zu werden.
„Wir haben viele Weisheitszahn-Operationen gemacht. So eine Extraktion kostete in den Privatkliniken der nächsten Stadt etwa 125 Dollar, bei uns nur fünf Dollar Gebühr.“ Immer wieder gab es kleine Geschenke von den Patienten. Für den Gründer der Hammer Praxis stand bald fest: „Solange ich im täglichen Behandlungstraining bin, will ich so eine Arbeitsreise jedes Jahr machen.“
Und auch Zahnarzthelferin Christina Frye meint: „Ich denke oft an dieses intensive Erlebnis zurück und mache das bestimmt noch einmal.“
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