Deutsch-Italiener baut Brücken

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Mario Rispo (M.)tritt gemeinsam mit türkischen Musikern auf Foto: wb
 
Deutsch-Italiener Mario Rispo wirbt für Toleranz Foto: wb

Der Hamburger Mario Rispo ist Türkei-Fan und wirbt für Toleranz

Von Thomas Oldach
Hamburg
Das Verhältnis zwischen Türken und Deutschen ist auch schon mal besser gewesen. Terror-Anschläge im Land zwischen Orient und Okzident, der Putschversuch im Juli sowie Auftreten und Umgang mit der Demokratie durch Präsident Recep Tayyip Erdoğan haben gerade viele Menschen in Deutschland verunsichert. Da ist es Zeit für einen, der Brücken zwischen den Ländern baut. Einen wie Mario Rispo. Denn der Hamburger mit Wurzeln in Italien sowie in Osdorf setzt sich für Völkerverständigung der besonderen Art ein. Musik ist dabei sein Mittel, um für Verständnis und Toleranz zu werben.

Kulturpreis aus Brüssel

Mario Rispo macht, was sich kaum ein Deutscher zutraut: Er singt türkische Lieder von der klassischen Salonmusik bis hin zur modernen Ballade. Begleitet wird er dabei von sechs türkischen Musikern. Zwischen den Liedern moderiert er auf Deutsch und nimmt so auch die deutschen Zuschauer mit auf eine Reise nach Istanbul und in die türkische Musikkultur. Sein Programm erhielt unter anderem den Friedenspreis der türkischen Gemeinden Deutschlands und den Kulturpreis in Brüssel. Aufgewachsen ist Rispo mit vielen Gleichaltrigen, die aus der Türkei stammten. So entstand das Interesse an Musik und Kultur des fremden Landes. Immer wieder reiste Rispo später gerade nach Istanbul. 2006 sang er die ersten türkischen Lieder im Rahmen der Hochzeit eines türkischen Freundes. Da war der Knoten geplatzt.

Rispo will junge Menschen ansprechen

Aktuell hat Rispo eine andere Zielgruppe im Blick: „Hadi! Yalla! Los!“ ist sein erstes Programm für junge Menschen im Alter von 14 bis 16 Jahren mit türkischen Balladen und Popsongs. Eingebettet sind diese Lieder in Erzählungen über seine Kindheit und Jugend in den 1970er-Jahren der Hochhausschluchten am Osdorfer Born. Basierend auf den Erfahrungen aus seiner Jugend stellt Rispo Fragen, die heutzutage junge Menschen – gerade mit Migrationshintergrund – bewegen: Warum stehen sich viel Religionen scheinbar unversöhnlich gegenüber? Was haben Islam und Christentum uns zu sagen?„Bei vielen Jugendlichen herrscht ein großes Unwissen über Religion und Glauben, gewissermaßen ein religiöser Analphabetismus. Die Einstellung zu Religion ist bei Jugendlichen oft von Unwissenheit und Vorurteilen geprägt. Verheißungen von Extremisten finden leicht Gehör. Prävention, Aufklärung und Integration sind dringend erforderlich. Dazu will ich mit meinem Bühnen-Projekt einen Beitrag leisten“, sagt Rispo.

Ausverkaufte Konzerte

In Hamburg hat das Programm kürzlich Premiere im Schmidts Tivoli gefeiert. Alle drei Veranstaltungen waren ausverkauft. Damit haben rund 1300 junge Menschen von Schulen aus dem Bezirk Mitte erlebt, wie man Denkanstöße geben kann – ohne dabei belehrend zu erscheinen. Unterstützt wurde das Projekt durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung und vom Liberal Islamischen Bund (LIB) begleitet. Die Schirmherrin der Veranstaltungen war Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD).

Weitere Infos – auch über das neue Programm für „Erwachsene“ unter mariorispo@com
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