Die Chronisten von Oststeinbek

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Havighorster-Oststeinbeker Geschichtskreis sucht Mitstreiter

Von Christa Möller
Oststeinbek
Briefmarken sammeln und auch Forschen macht ihm Spaß: Peter Drygalla engagiert sich als Vorsitzender im Verein „Schleswig-Holsteinische Familienforschung“ und kann seine eigene Familiengeschichte bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen. Aber auch über die Vergangenheit seiner Heimatgemeinde möchte er gern mehr wissen. „Vor 15 Jahren bin ich nach Oststeinbek gezogen“, erzählt der 64-jährige gebürtige Rissener. Der frühere Service-Mitarbeiter der Post ergänzt: „Ich habe hier keine Vorfahren, keine Nachkommen. Aber ich interessiere mich für den Ort, in dem ich mich niedergelassen habe...“ Und sogar eine Verbindung nach Rissen hat er gefunden: „Der Oststeinbeker Forst und Rissen gehörten demselben Ritter.“ Drygalla zählt zu den Gründungsmitgliedern des seit 2007 bestehenden Havighorster-Oststeinbeker Geschichtskreises, dem sich die frühere Heimatstube 2009 angeschlossen hat. 2. Vorsitzender ist Peter Hartmann, der früher auch in der Heimatstube aktiv war.
Der Havighorster-Oststeinbeker Geschichtskreis plant auch weiterhin, auf diesem Wege über bedeutende Personen, Ereignisse und Gebäude in Oststeinbek und Havighorst zu informieren und hofft dafür auf Unterstützung der Bürger. In der Helmut-Landt-Grundschule und in der Seniorenresidenz Kursana sind im Rahmen einer Dauerausstellung alte Ortsfotos zu sehen. Aber der Verein sucht weitere Bilder, „weil der Ort sich ständig verändert.“ Aber auch Einwohner, die aus ihrer Familiengeschichte erzählen wollen, können dazu beitragen, die Vergangenheit lebendig zu erhalten. – immerhin 8.000 Einwohner hat die Gemeinde heute. Die 24 Vereinsmitglieder bekommen die Schriften zur Heimatgeschichte kostenlos, ansonsten sind die jährlich erscheinenden Hefte gegen einen Beitrag von einem Euro erhältlich. Bereits 1999 hatte der damalige Gemeindearchivar und Vorsitzender der Heimatstube, Karlheinz Schmidt, das erste Heft herausgegeben.
Derzeit ist bei der Volkshochschule, wo der Geschichtskreis einen Teil seiner Sachen lagert, eine Ausstellung zum Thema Schule zu sehen mit zahlreichen Fotos, aber auch alten Schulbüchern, einer Rechenmaschine und vielem mehr. Zuvor hatte der Geschichtskreis, der im vergangenen Jahr auch zu einem Vortrag über die Ortsgeschichte eingeladen hatte, das Örtliche Schuhmacherhandwerk thematisiert und als nächstes ist eine Ausstellung über den Einzelhandel geplant. Über die Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg und den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge nach Oststeinbek und Havighorst wüsste Peter Drygalla auch gern mehr. Bis zum 2. Weltkrieg waren beide Ortsteile kleine Bauerndörfer. 1939 lebten in Oststeinbek knapp 1.600 Menschen, Havighorst hatte damals 145 Einwohner. Bis 1950 hatten sich die Zahlen verdoppelt. Seit 1978 gehört Havighorst zur Gemeinde Oststeinbek, die insgesamt 8.000 Einwohner hat. Ein großer Wunsch der Vereinsmitglieder ist übrigens ein eigener Raum für die zahlreichen Ausstellungsstücke – das Schild ist schon vorhanden.

Weitere Infos: Peter Drygalla, Telefon: 040 – 711 16 96 oder im unter www.hog-sh.de
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