Dreckige Plätze und Parks in Billstedt

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Die Brücke zum Billstedt Center ist verdreckt und mit Graffiti beschmiert Foto: wb
 
Der trostlose Platz hinter dem U-Bahnhof Billstedt Foto: wb

Klagen über Verfall und Bettelei halten an – Bezirk: regelmäßige Reinigung

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Wer den Billstedter U-Bahnhof über den Hinterausgang in Richtung Maukestieg verlässt, findet eine ungepflegte und lieblos behandelte Grünfläche vor. Anwohner beschweren sich zudem über anhaltende Bettelei. Wochenblatt-Leserin Gudrun Sauer (69) spart nicht mit deutlichen Worten. „Es ist so grausam, das alles anzugucken“, sagt sie. Drei Einkaufswagen mit „Bettlergepäck“ stehen immer wieder an der Treppe zum Billstedt-Center. Am Fuß des Aufgangs sitzt eine bettelnde Frau, eine weitere auf der Brücke zum Einkaufcentrum. Gudrun Sauer hat beobachtet, wie junge Männer immer wieder zu den Frauen gehen und die Becher, die den Passanten hingehalten werden, austauschen. Die Leute nächtigten auf der Brücke, es „stinkt wie die Pest“. Ein Polizist habe ihr geantwortet, Betteln sei nicht verboten. Mitarbeiter des HVV, erzählt sie, jagten die Bettler immer wieder weg. Offensichtlich vergeblich. Das ist nicht alles. Die Brücke vom Billstedt-Center mündet in eine Grünanlage hinter dem Busbahnhof. Die abwärts führende Treppe ist mit Graffiti verschmiert, die letzte Stufe zu ebener Erde wirkt eingesunken. Die Papierkörbe auf der Brücke und an der Treppe sind immer wieder überfüllt. Die Abstellanlage für Fahrräder unter der Brücke („Bike+Ride“) ist schon lange nicht mehr gereinigt worden. Die Wiese neben dem Containerdorf des Kulturpalastes wirkt ungepflegt, an einem Pfahl hängt ein Schild, dass Campen verbietet.
Dana Schulz, Managerin im Billstedt-Center, sagt dem Hamburger Wochenblatt, dass sie auf ihrem Arbeitsweg in der Vergangenheit immer wieder dieselben Gesichter unter den bettelnden Menschen beobachtet hat. Die Situation sei für das Billstedt-Center baulich schwierig, weil das Grundstück des Centers mit der Gebäudekante aufhöre. Ihre Mitarbeiter befänden sich im ständigen Austausch mit der Stadt. Manchmal reinigten sie auch „ein paar Meter mehr“, um den Eingang auf der Brücke repräsentativ zu halten. Nach Auskunft von Hochbahn-Sprecherin Christina Becker nutzen an einem durchschnittlichen Werktag rund 38.000 Fahrgäste die beiden U-Bahnlinien in Billstedt. Hochbahn und Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein betreiben ein ganzes Bündel Buslinien, die an dieser Station enden oder sie berühren – also kommen noch mehr Fahrgäste hierher.

Probleme sind bekannt


Erster Ansprechpartner für den Billstedter Bahnhof ist das Bezirksamt Mitte. Sprecher Norman Cordes erklärt, die eingesunkenen Gehwegplatten seien am 8. Juli angehoben und fachgerecht verlegt worden. Für die Fahrradabstellanlage sei die P+R-Betriebsgesellschaft zuständig. Bei einer Besprechung mit dem Müll-Kümmerer der Stadtreinigung sei klar geworden, dass jeden Tag eine Müllentleerung und Reinigung erfolge – zusätzlich gebe es eine Nachkontrolle. Eine solche habe am 8. Juli ergeben, dass alles sauber sei. Insgesamt sei die Problemlage „seit einigen Jahren bekannt und wird aktiv bearbeitet“, so Cordes. Polizei, Innen- und Sozialbehörde, Regionalausschuss, Bezirksversammlung, HVV, Umweltbehörde und Bezirksamt hätten sich damit befasst. Und das Betteln? „Ist an sich nicht strafbar und zu tolerieren. Sollte es sich um aggressives oder organisiertes Betteln handeln, wäre die Behörde für Inneres und Sport zuständig“, so Cordes. Das Hamburger Wochenblatt hat auch schriftliche Anfragen an die Bezirkspolitiker von SPD, CDU und Grünen bezüglich der Lage geschickt. Bis Redaktionsschluss hat sich keiner von ihnen geäußert.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 20.07.2016 | 17:01  
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