Ein Kreativ-Haus für Familien

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So wie auf diesem Symbolfoto kochen die Kinder im Haus der Jugend gerne gemeinsam Foto: thinkstock
 
Birgit Schumann leitet die Elternschule Billstedt

Großes Fest am Freitag: Elternschule Billstedt und Haus der Jugend feiern 40-jähriges Bestehen

Von Christa Möller
Billstedt Seit 40 Jahren gibt es das Haus der Jugend und die Elternschule im Mehrzweckhaus am Lorenzenweg in Bill-
stedt. Der Geburtstag wird mit dem Sommerfest am Freitag, 27. Juni, von 15 bis 18 Uhr gefeiert „vor allem im Innenhof, weil wir ja gutes Wetter haben werden“, gibt sich Elternschul-Leiterin Birgit Schumann optimistisch.
Sie betont, dass das Sommerfest bei jedem Wetter stattfindet – gegebenenfalls drinnen. Beteiligt sind außerdem die ebenfalls im Haus befindliche Frühförderung des Rauhen Hauses und der dort ansässige AWO-Seniorentreff. Der Eintritt ist frei, nur für
Essen und Trinken wird ein kleiner Obolus gefordert. Der Eingang zur Elternschule am Lorenzenweg 2 b liegt gegenüber dem Billstedt-Center-Ausgang zwischen Allwörden und Karstadt. Geplant ist ein Bühnenprogramm, zu dem der Frauenchor „Chor-I-Feen“ beiträgt, der seinen Ursprung in der Elternschule hat. Ansonsten kommt das Programm aus dem eigenen Haus: Es gibt HipHop, Gesang, Spielangebote für alle Altersgruppen, einen Experimentierpark, ein Rhythmikangebot für Kinder und eine Babyecke für die ganz Kleinen. Das Haus der Jugend wird sich um die Getränke kümmern und auch den Grill übernehmen. „Und die Jugendlichen machen wie immer beim Sommerfest im Keller eine große Geisterbahn.“ Bei den Vorbereitungen im Garten sind neben der Elternschule und dem Haus der Jugend auch die AWO-Senioren beteiligt, die beim Sommerfest mit Kindern Wollpompons basteln wollen. Die Frühförderung des Rauhen Hauses bietet beim Sommerfest in ihren Räumlichkeiten eine Rückzugsmöglichkeit für Mütter mit Babys.
Die vier Einrichtungen seien „eine gute Kombi, weil wir ja alle Altersgruppen ansprechen“, findet Birgit Schumann. Sie ist seit 22 Jahren in der Elternschule tätig und einzige hauptamtliche Kraft. Viele nutzen die zahlreichen Angebote zur Förderung von Familien im Stadtteil: „Es sind etwa einhundert Menschen, die hier täglich ein- und ausgehen – wir haben den ganzen Tag geöffnet. Es gibt Familien, die mehrere Male die Woche kommen, viele sind auch nur einmal die Woche hier.“ Viele Billstedter nutzen das umfangreiche Angebot sehr lange – „spätestens, wenn die Kinder in der Pubertät sind, tauchen die Eltern wieder auf.“ 24 qualifizierte Honorarkräfte unterstützen die Diplom-Sozialpädagogin unter anderem beim Kursangebot, das auch eine Vätergruppe umfasst. Näheres http://www.hamburg.de/contentblob/3813176/data/es-...
halbjahr-1-dl.pdf
Die Sozialpädagogin leitet neben einer Jahresgruppe für Mütter mit Kindern bis zu zwölf Monaten auch das Familienhebammen-Frühstück, wo es um Themen rund um die Schwangerschaft geht. Das Ehrenamtsprojekt Wellcome etwa leistet Hilfen für Familien nach der Geburt. Denn diese Elternschule hat sich die möglichst frühzeitige Förderung während Schwangerschaft und erstem Lebensjahr auf die Fahnen geschrieben. „Wir begleiten aber auch Eltern mit größeren Kindern“ Ziel sei, das Wir-Gefühl zu stärken – „Wir Eltern mit Kindern. Da ist es egal, aus welchem Land man kommt.“

Männer tauschen sich auch aus

Längst gibt es Mütter mit Kindern im Stadtteil, die die Elternschule schon kannten, als sie selbst noch Kinder waren. „Wir sind schon in der dritten Generation: Oma, Tochter, Enkel. Es gibt viele Kinder, die hier mal Praktikum machen möchten. Da zeigt sich die langfristig angelegte Arbeit.“ Doch nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer haben Interesse, sich auszutauschen – „anders als früher, das hat sich verändert. Aus einem Stadtteil wie Billstedt ein Dorf zu machen, wo die soziale Kontrolle noch funktioniert, die Anonymität für Familien aufzubrechen, ein Ort für Kreativität zu sein“, das ist Wunsch der Elternschule, die bei vielen Angeboten mit Kooperationspartnern zusammenarbeitet.

Offener Bereich im
Haus der Jugend

Wenn Birgit Schumann im Stadtteil unterwegs ist, trifft sie immer mal wieder Familien, die sich über ihre Einrichtung gefunden haben und sich auch außerhalb der Elternschule regelmäßig treffen. „Es entwickeln sich Vertrautheit und gute Netzwerke, das ist ganz wichtig bei allein Erziehenden“, weiß sie. Viele Veranstaltungen finden nicht zuletzt deshalb am Wochenende und in den Sommerferien statt. „Wir sind präventiv, man muss kein Defizit haben, um hierher zu kommen“, betont die 51-Jährige. Das Haus der Jugend nebenan wird ebenfalls sehr gut frequentiert und hat auch einen sehr großen offenen Bereich. Kooperationen spielen hier ebenfalls eine große Rolle, etwa bezüglich der Mittagsangebote der Förderschule Hauskoppelstieg, deren Schüler auch ins Haus der Jugend kommen, oder mit auf der musikalischen Ebene mit dem Mehrgenerationenhaus. Und viele Kinder freuen sich über das gemeinsame Kochen mit Unterstützung der Hamburger Tafel.
Nach ihren Wünschen befragt, hat Birgit Schumann die Antwort sofort parat, denn die finanzielle Situation der Elternschule ist schwierig, so hat sie beispielsweise keine Vertretung. Und gerade in den Ferien, wenn die Elternschule geschlossen ist, hätten die Eltern Bedarf. Deshalb gibt es in diesem Jahr mit Unterstützung von Kooperationspartnern erstmals in den sechs Sommerferienwochen ein, zwei Angebote wöchentlich.
Elternschule Billstedt
Lorenzenweg 2b
t 428 54 72 93
Mo. 10-12 Uhr, Do. 16-18 Uhr
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