Ein Netzwerk für Familien in Hamburg

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Ein festes Netzwerk wie MUT ist eine große Bereicherung, finden Caroline Krauss (v. li.), Thomas Krusckau und Petra Alpsoy

Kooperationsprojekt MUT in Mümmelmannsberg hilft Kindern und Eltern

Von Christa Möller
Hamburg. Etwa 20.000 Menschen aus über 30 Nationen leben in Mümmelmannsberg, darunter viele Familien mit Kindern. Die Zahl derer, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, liegt weit über dem Hamburger Durchschnitt. Der Stadtteil, von einigen Bürgern liebevoll „Mümmel“ genannt, ist „sehr multikulti“, wie Petra Alpsoy weiß. Die Sozialpädagogin arbeitet seit 13 Jahren beim Suchtpräventiven Netzwerk Lass’ 1000 Steine Rollen, einem von sieben Kooperationspartnern von MUT (Miteinander - Unterstützung - Toleranz) . MUT, ein sozialraumorientiertes Netzwerk, hilft sozusagen als Runder Tisch seit zehn Jahren Kindern und ihren Familien – kurzzeitig oder auch auf Dauer, je nach Bedarf. Sie können sich bei Problemen in der Familie beraten lassen, bekommen einen Überblick über die Einrichtungen im Stadtteil und Tipps in Erziehungsfragen. Interessierte wenden sich an Thomas Krusckau, Tel. 040 – 89 70 85 09. Der Sozialpädagoge stärkt Eltern in der Erziehungskompetenz. Diese seien oft erwerbslos, hätten selbst Gewalterfahrungen oder psychische Probleme. Thomas Krusckau von basis & woge, dem geschäftsführenden Träger von MUT, ist für die Familienunterstützung verantwortlich. Er hat festgestellt, dass der Bedarf immer größer wird, das Alter der Kinder immer niedriger. Caroline Krauss ist seit Februar 2013 für das Projekt Lern-Oase an der Grundschule Mümmelmannsberg tätig und somit auch für MUT aktiv. Weitere Kooperationspartner sind das Haus der Jugend Mümmelmannsberg, die Jugendetage der Evangelischen Kirche, das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ) Billstedt, SpielTiger, der Allgemeine Soziale Dienst/Jugendamt Hamburg-Mitte.

Angebote für Kinder

Zu den MUT-Gruppenangeboten für Kinder und Jugendliche zählt die Schularbeitenhilfe im Mädchentreff sowie für Jungen und Mädchen in der Jugendetage der Evangelischen Kirche in Steinbek und außerdem eine Hip Hop-Gruppe im Musikkeller. Frühe Hilfen umfassen Beratung sowie ein Familien-Café, die Familienhebammen-Sprechstunde, einen Babymassage-Kursus und eine sozialpädagogische Sprechstunde. SpielTiger bietet ein soziales Kompetenztraining durch Karate, Judo, Ju-Jutsu und Kung-Fu an.
Kooperation mit Schulen
„Wir unterstützen uns gegenseitig und kooperieren sehr eng mit den Schulen“, betont Thomas Krusckau. Das sei nicht selbstverständlich. Caroline Krauss ergänzt, dass sich so ein ganzheitlicher Blick auf die Menschen im Stadtteil ergebe. Petra Alpsoy sagt: „Wir können ganz konkret für eine Familie an einem Strang ziehen.“ Dabei habe MUT „niedrig schwellige Ziele.“ Thomas Krusckau und seine Kollegen kennen die Familien und können sich so „gegenseitig auf Stand bringen.“ Caroline Krauss betont: „Wir sind da, bevor das Jugendamt stärkere Sanktionen einleiten muss.“ Für die Kinder in der LernOase gibt es auch außerhalb der Schulzeit Freizeitangebote. Finanziert wird der Kooperationsverbund MUT über staatliche Mittel, allerdings ist das Geld knapp. Thomas Krusckau: „Wir haben große Schwierigkeiten, Tarife auszuzahlen, das reduziert manchmal unser Handgeld.“ Dabei steigen die Anforderungen an die zehn MUT-Mitarbeiter, etwa durch das neue Berichtswesen. Die Einsatzbereitschaft verringert das nicht, wie Petra Alpsoy bemerkt. „Dass wir so kollegial kooperieren, macht die Wege für unsere Familien transparent und kürzer. Das macht MUT aus, dass es ein funktionierendes Kooperationsprojekt ist“, so Petra Alpsoy. Einmal monatlich tagt das Stadtteilteam MUT-Mümmelmannsberg, das aus Vertretern aller Kooperationsteilnehmer besteht. Caroline Krauss hat nach einem Jahr hier festgestellt, „dass nicht nur gesprochen wird, sondern am Ende etwas herauskommt.“ Zehn Jahre MUT bedeutet für das Team, „dass es uns gelang, mit den Menschen in Mümmelmannsberg in Beziehung zu treten. In einer Atmosphäre des Vertrauens war es den Eltern wieder möglich, ihre eigenen Fähigkeiten, ihre Erziehungskompetenzen zu beleben. Die Konflikte in den Familien reduzierten sich auf ein normales Maß. Viele Kinder und Jugendlichen hatten weniger Auseinandersetzungen mit ihren Mitschülern, Lehrern oder Eltern, weshalb sie ihren schulischen Abschluss erreichen konnten. Weitestgehend benötigten die Familien dadurch keine weiteren Hilfen durch das Jugendamt.“

mut-muemmelmannsberg.de
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