Eindeutig abgewählt

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Die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien freuten sich über das Ergebnis: V.l.n.r Irene Kastner (SPD), Violla Werner (OWG), Bürgervorsteher Hendrik Maier, der amtierende Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Vorbeck, der ehemalige Bürgervorsteher Gerhard Bülow und Michael Holtermann (FDP)Foto: zz
 
Bürgervorsteher Hendrik Maier (links) und sein Amtsvorgänger Gerhard Bülow, der wegen Martina Denecke sein Amt aufgegeben hatte.Fotos: zz

Martina Denecke war gar nicht erst erschienen

Von Jürgen Hartmann
Oststeinbek. Am Sonntag um 18.45 Uhr knallten im Saal Kratzmannscher Hof die Sektkorken und der Beifall dauerte mehrere Minuten an, als der amtierenden Bürgermeister Hans-Joachim Vorbeck vor die Mikrophone trat und sagte: „Es fehlt zwar noch ein Wahlkreis, aber es steht jetzt schon fest: Martina Denecke ist abgewählt“. Und das Wahlergebnis fiel so klar und eindeutig aus, dass wohl auch die vom Amt suspendierte Bürgermeisterin Martina Denecke dies nicht mehr anfechten dürfte: Für ihre Abwahl stimmten 3487 Wahlberechtigte, das waren 97,55 Prozent, mit „nein“ stimmten 322 Wähler, also 8,45 Prozent. Mit 52,57 Prozent war die Wahlbeteiligung sehr hoch. Für die Abwahl wären nur 1457 „Ja“-Stimmen notwendig gewesen.
Läge Oststeinbek in Bayern würden viele jetzt sagen: „Martina Denecke ist ‚abgewatscht worden“. Denn das Wahlergebnis sorgte im Saal parteiübergreifend für Erleichterung und Freude. Insbesondere auch unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung.
Unter mehreren hundert Gästen fand sich übrings niemand, der für Martina Denecke, also gegen deren Abwahl, gestimmt hat. Auch die Abgewählte selbst war gar nicht erst erschienen. „Ihre Wohnung ist seit einiger Zeit verrammelt und verriegelt“, verrieten Nachbarn den Pressevertretern.
Der amtierende Bürgermeister Hans-Joachim Vorbeck bleibt jetzt so lange im Amt, bis ein neuer Bürgermeister oder Bürgermeisterin gewählt ist. Davon unabhängig finden in Schleswig-Holstein am 26. Mai die Kommunalwahlen statt.

Stimmen zur Wahl:
Bürgermeister Hans-Joachim Vorbeck: „Ich bin sehr erleichtert und freue mich, wie klar und unmissverständlich die Oststeinbeker abgestimmt haben. Allerdings hatte ich mit einem solchen Ergebnis auch gerechnet“.

Bürgervorsteher Hendrik Maier: „Nach diesem Ergebnis kann jetzt wieder normal gearbeitet werden.
Ich bin froh und glücklich wie es gelaufen ist“.

Gerhard Bülow, ehemaliger Bürgervorsteher: „Die ganze Aktion, einschließlich der Sammlung der Unterschriften, hat zwar sehr viel Kraft gekostet, aber nun ist alles geschafft und Oststeinbek ist glücklich!“

Hermann Mey: „Ich freue mich riesig“.

Renate Vorbeck: „Ich bin froh und erleichtert und fühle mich jetzt wieder gut! Es ist nur schade um die viele Zeit und den hohen Aufwand, den diese ganze Sache gekostet hat. Doch nun bin ich glücklich, dass sich die Mühe ausgezahlt hat “.

Britta Semic: „Ich bin einfach nur glücklich, dass es so gelaufen ist“.

Stephan Merckens, CDU-Ortsvorsitzender: „Ich kann mit dem Ergnis leben. Von den Vorgängen in der Verwaltung habe ich persönlich nichts mitbekommen und kann mich dazu daher auch nicht äußern“.

Irene Kastner, SPD-Fraktionsvorsitzende: „Mich hat sehr beeindruckt, dass die Oststeinbeker in dieser schwierigen Situation zusammengehalten haben. Und das parteiübergreifend“.

Michael Holtermann, FDP-Vorsitzender: „Ich hoffe nur, dass Frau Denecke das Wahlergebnis jetzt auch anerkennt und dagegen nicht noch rechtliche Schritte einleitet“.

Udo Kolm, Oststeinbeker „Original“: „Jetzt kann ich in Oststeinbek bleiben. Wenn Frau Denecke im Amt geblieben wäre, wäre ich vielleicht ausgewandert“.

Wolfgang Lorenz: „Ich bin stolz, in dieser Gemeinde zu wohnen und mit ihr diesen Wahlerfolg feiern zu können“.
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