Eine Lösung mit Luft

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So eineTraglufthalle will der WET mieten und über einen seiner Tennisplätze stellen Foto: Paranet Deutschland GmbH
 
Diesen Tennisplatz will der WET überbauen. Ulrich Feist hat sich schon nach mobilen Hallen erkundigt Foto: Hanke

Eppendorfs ältester Sportclub sucht nach Ersatzhalle

Von Christian Hanke
Eppendorf. Der Winterhude Eppendorfer Turnverein (WET) wird nervös. Schon zum 31. August sind dem ältesten Eppendorfer Sportclub die Zeiten in der Gymnastik- und der Sporthalle der früheren Wolfgang Borchert Schule (Erikastraße) gekündigt worden. 16 Stunden in der Woche nutzte der WET die Sport- und 27,5 Stunden die Gymnastikhalle.

Gnadenfrist für Verein

Der WET ist damit der mit Abstand stärkste Nutzer dieser Hallen, die im nächsten Jahr abgerissen werden sollen. Das ist allerdings noch ganz nicht sicher. Schulbau Hamburg prüft derzeit, ob auf dem Schulgelände eine Drei-Feld-Halle errichtet werden kann. Während des Baus könnten die alten Hallen stehen bleiben. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass sie stehen bleiben und saniert werden. Deshalb haben die Sportgruppen des WET zumindest eine Gnadenfrist, können die Hallen noch über die Kündigung hinaus so lange nutzen, bis eine Entscheidung über ihre Zukunft gefallen ist. Das Bezirksamt sucht bereits nach Ersatzlösungen für die bald heimatlosen Sportlerinnen und Sportler, hat aber auch mitgeteilt, dass es hundertprozentigen Ersatz nicht geben wird. Zur Bereitstellung von Ersatzzeiten ist das Bezirksamt auch nicht verpflichtet. „Das können wir nicht akzeptieren. Jugendlichen Sport zu bieten ist eine gesellschaftliche Verpflichtung“; findet Ulrich Feist, der Schatzmeister des WET, der nun selbst für Ersatz sorgen will. „Wir wollen einen unserer Tennisplätze mit einer mobilen Traglufthalle überbauen und einen neuen Tennisplatz auf dem Gelände des benachbarten Fußballplatzes anlegen“, erzählt Feist. Dieses Unternehmen wird aber mit jedem weiteren Tag, an dem die Zukunft der Hallen der Wolfgang-Borchert-Schule unklar bleibt und mögliche Ersatzhallenzeiten nicht feststehen, schwieriger. „Wir brauchen mindestens ein halbes Jahr Vorlauf, um den Bau der Halle und die Anlage des neuen Tennisplatzes, der die Verlagerung eines anderen Tennisplatzes zur Folge hat, zu planen“, berichtet Ulrich Feist. Doch auch die Zukunft des Fußballplatzes neben der WET-Anlage ist unklar. Er wurde kürzlich aus dem Sondervermögen Schulimmobilien in das Allgemeine Grundvermögen der Stadt Hamburg übertragen. Der Platz, der von den Jugendmannschaften des WET genutzt wird, würde auch nach der Verkleinerung groß genug für die Teams bis zur D-Jugend sein, die noch nicht mit elf Akteuren spielen. „Die Anforderung für einen solchen Platz beträgt 45 x 57 Meter“, berichtet Ulrich Feist. In Sachen Traglufthalle hat sich der WET bereits erkundigt.


Traglufthalle: Bis zu 50.000 Euro Kosten

Fortsetzung von Seite 1. Eine seilgestützte Halle, deren Hülle aus dünnem, aber durablen und lichtdurchlässigen Polyestergewebe besteht, schwebt den Verantwortlichen des Vereins vor. „Man braucht eine Bodenverankerung, verschiedene Luftpolsterfolien, ein Gebläse, das auf 24-Stunden-Betrieb läuft sowie Beleuchtung und Beheizung: Und schon steht so eine Sporthalle“, erläutert Götz Wille, der Vertriebsleiter von Paranet Deutschland GmbH – einem Spezialisten für Traglufthallen in Augsburg. Diese Hallen können gemietet werden. „Miete und Betrieb werden jährlich bis zu 50.000 Euro kosten“, weiß Ulrich Feist. Zur Finanzierung der Platzumplanungen will der WET Anträge beim Bezirksamt Nord oder beim Hamburger Sportbund stellen. Aus seinem eigenen Vermögen sind die Pläne nicht finanzierbar. Ulrich Feist befürchtet, dass das Bezirksamt nicht ausreichend Ersatz finden wird und dass die Traglufthalle die einzige Alternative zur Aufrechthaltung der Sportangebote sein wird. (ch)
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