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Eine Aufnahme von 1910: In der damaligen „Hamburger Straße“ stand das ehemalige Kinderheim der Jutespinnerei.

Billstedter Hauptstraße: Neue Verkehrsführung gut angenommen

Von Mike Neschki

Billstedt. Im Frühjahr dieses Jahres wurde die Billstedter Hauptstraße zwischen Reclamstraße und Schiffbeker Weg verengt. Ziel dieser Umbaumaßnahme war, die Autofahrer durch das erhöhte Stauaufkommen davon zu überzeugen, statt durch das Billstedter Zentrum Richtung Osten oder umgekehrt hauptsächlich die B5 oder Glinder Straße zu nutzen. Bis zum Frühjahr 2013 testet die Behörde, ob der erhoffte Effekt der Verkehrberuhigung eintritt oder nur zusätzliche Schwierigkeiten geschaffen werden.
Das Problem ist, dass die Behörde es im Vorwege nicht geschafft hat, die Autofahrer von der Idee der Verkehrsberuhigung und eines damit verbundenem attraktiveren Zentrums zu überzeugen. Ganz im Gegenteil. „Subjektiv gesehen haben sich in den letzten Monaten mehr Autofahrer entschlossen, weniger mit Bus und Bahn zu fahren, sondern noch mehr mit dem eigenen Auto,“ so Studentin Cynthia Dwumfour. Tatsächlich scheint es so, dass die Autofahrer durch das erhöhte Stauaufkommen aggressiver werden. Dennis Ceylan (27) Geschäftsführer vom Restaurant A´La Turca dazu: „Bei uns vor der Haustür vergeht kein Tag ohne Unfall. Tempo 30 Zone wäre Sinnvoll und ein Blitzer müsste installiert werden. Sonst gibt es hier eines Tages noch Verkehrstote.“ Beim Selbstversuch, die Straße unter der Fußgängerbrücke da zu überqueren, wo es jetzt erlaubt ist, hielt kein Auto an. Ganz im Gegenteil. Es wurde gehupt, sogar Gas gegeben und der Vogel gezeigt.
Ünal Gülsen (52) von „Autoglas Hamburg“ in der Billstedter Hauptstraße: „Die Verengung hat Vor- und Nachteile. Vorteil: die Autos stehen mehr und sehen meine Firma dadurch bewusster, Nachteil ist, dass durch die Staus die Luft schlechter wird und ich nicht mal eben schnell zum Kunden fahren kann. Mir geht dadurch Zeit verloren.
Am besten wäre hier eine 30er Zone, dann würden mehr Autofahrer andere Wege benutzen.“ Bleibt zu hoffen, dass sich die Behörde nach der repräsentativen Umfrage richtig entscheidet. Aufklärung ist aber so oder so gefragt. (mn)
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