Entlastung im Alltag

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Familien gesucht, die gestressten Eltern etwas Unterstützung geben

Von Klaus Schlichtmann
Billstedt
Wer kennt solche Familien-Situationen nicht: Plötzlich wird die Mutter krank – und niemand kann sich so recht um die minderjährigen Kinder kümmern. Oder noch langwieriger: Mama muss zur Kur. Oder sie ist überfordert mit ihren Kindern und braucht eine Auszeit. Dann wünschte man sich einfach einmal eine Entlastung, eine kleine Verschnaufpause innerhalb der Familie, um sich dann mit frischem Elan wieder an die Aufgaben und Erwartungen zu machen.
Darum geht es in einem Aufruf des „Landesbetriebes Erziehung und Beratung“: Es werden im Bezirk Hamburg-Mitte „Enlastungsfamilien“ gesucht, die bereit sind, Kinder in familiären Schwierigkeiten tage- oder stundenweise oder auch vorübergehend in Obhut zu nehmen.
Die Idee: Eine zweite Familie begleitet und betreut die Kinder je nach Bedarf, wenn das eigene Elternhaus überfordert ist – ohne das die Kinder ganz aus ihrer vertrauten Umgebung genommen werden. Das kann ein Tag im Monat sein, ein Wochenende oder in besonderen Situationen auch eine Betreuung über mehrere Wochen am Stück.
So erhalten Eltern „nachbarschaftliche“ Unterstützung, die belastet und erschöpft sind und auf kein soziales Netzwerk zurück greifen können. „Es sind gar nicht einmal so sehr die problematischen Fälle, in denen Eltern oder Alleinerziehende die Hilfe von Gasteltern gerne einmal in Anspruch nehmen“, erklärt Antje Schoenfeld vom Pflegekinderdienst. „Oft sind es die kleinen, überschaubaren Entlastungen, um wieder als Mutter (oder Vater) zu funktionieren.“
Die Entlastungsfamilien, oder auch einzelne Personen, werden von der Pflegeelternberatung sorgfältig auf ihre Aufgabe vorbereitet und beratend begleitet. Erfahrungen im Umgang mit Kindern sind wünschenswert, die Berufstätigkeit der Entlastungseltern kein Hindernis.
Entlastungsfamilien sind nicht zur Aufnahme eines Kindes verpflichtet und gehen die Verantwortung immer nur im Einzelfall ein. Sie sind nicht für die Probleme der Herkunftsfamilien zuständig, sondern für eine angemessene Versorgung des Kindes für die Zeit der Betreuung. Sie erhalten während der tatsächlichen Betreuungszeit eine Aufwandsentschädigung.
Interessierte Entlastungsfamilien oder -personen sollten im Bereich des Bezirkes Hamburg-Mitte leben, im Idealfall in den Stadtteilen Billstedt, Hamm und Horn wohnen.
Sie sollten dem Kind in ihrer Wohnung altersentsprechende Rückzugmöglichkeiten anbieten können und dem Kind weiterhin ermöglichen, seine Schule bzw. seinen Kindergarten und seine Freunde zu besuchen.

Weitere Infos: www.hamburg.de oder 428 153 928
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